Das ganze Vorhaben ist deutlich im Verzug - auch wegen heftiger politischer Proteste, die durch den umfassenden Stellenabbau ausgelöst wurden.
Appel läuft die Zeit davon. Die Finanz- und Konjunkturkrise in den USA lässt dort das ohnehin hochdefizitäre Expressgeschäft immer mehr einbrechen. Der Postchef hatte im Sommer eingeräumt, dass DHL in den Vereinigten Staaten allein in diesem Jahr einen Verlust von 1,3 Mrd. $ einfahren werde. Diese Summe dürfte sich wegen der noch schlechter als geplant laufenden Geschäfte weiter erhöhen.
Zum Wochenbeginn will
Appel zunächst den Aufsichtsrat und dann die Öffentlichkeit über den verschärften Sanierungskurs informieren. Nach FTD-Informationen wird er dann aber immer noch keinen abschließenden Kooperationsvertrag mit dem Konkurrenten
UPS vorlegen können. "Das dürfte noch bis zum Jahresende dauern", sagte ein Postmanager.
Tatsächlich musste Appel die Vereinbarung, die er im Mai mit UPS getroffen hatte, wieder aufschnüren - wegen der sich für DHL rapide verschlechternden Lage. Ursprünglich sollte UPS ab Januar 2009 in den USA den gesamten inländischen Lufttransport für die Deutschen übernehmen. Als Gegenleistung wollte die Post dem Konkurrenten für eine Dekade jährlich 1 Mrd. $ zahlen.
Da DHL künftig jedoch deutlich weniger Expresssendungen als geplant in die UPS-Flugzeuge geben wird, verhandelt Appel nach. Zudem will die
Deutsche Post nun den Lkw-Transport und die Auslieferungen mit eigenen Kurierfahrzeugen nahezu komplett aufgeben. UPS soll auch diese Kernaufgaben übernehmen.