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Merken   Drucken   07.07.2008, 15:00 Schriftgröße: AAA

Börsengang: Frankreichs Staatspost wird AG

Europas Postmärkte werden liberalisiert, die französische Post braucht Kapital. Frankreich will das Staatsunternehmen deshalb nach deutschem Vorbild in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Erbitterter Widerstand ist absehbar.

Das Staatsunternehmen brauche Kapital, um sich auf die Liberalisierung der Briefdienste im Jahre 2011 vorzubereiten, verlautet aus Unternehmenskreisen in Paris. Angesichts heftiger Proteste der Gewerkschaften spricht das Finanzministerium von Überlegungen.

Die französische Post ist mit 5,8 Mrd. Euro verschuldet und beziffert ihren Kapitalbedarf mit 2 bis 3 Mrd. Euro. 2007 verdiente das Unternehmen bei 20,82 Mrd. Euro Umsatz nach Steuern 943 Mio. Euro.

Ein Börsengang im Frühjahr 2009 käme nicht unerwartet, bereits jetzt haben 40 Prozent der Postler einen privatrechtlichen Arbeitsvertrag. Der Börsenwert des Unternehmens wird auf 10 Mrd. Euro geschätzt. Das Pariser Wirtschaftsblatt "Les Echos" rechnet mit einer Privatisierung von zunächst 20 Prozent des Kapitals, an der die Beschäftigten beteiligt werden sollen. Einer mehrheitlichen Privatisierung steht die Präambel der Verfassung von 1946 entgegen.

Die Postmärkte in der EU sollten ursprünglich bis 2009 liberalisiert werden. Auch wegen Widerstands aus Fankreich beschlossen die zuständigen Minister jedoch im Oktober 2007, den rund 90 Mrd. Euro schweren Sektor erst Anfang 2011 komplett zu liberalisieren. Die deutsche Post wurde bereits 2000 durch einen Börsengang teilprivatisiert, der Bund ist über die KfW mit 31 Prozent nach wie vor der größte Anteilseigner.

  • FTD.de, 07.07.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland
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