Dementsprechend kräftig sprudeln in diesem Jahr die Steuereinnahmen im schon vorher nicht armen Rüschlikon - 50 bis 60 Mio. Franken mehr als sonst gibt's 2011. Als Grund nennt die Gemeinde den Glencore-Börsengang. Sie wollte ihre Bürger an dem Geldsegen teilhaben lassen und ließ per Einwohnerabstimmung über eine Reduzierung der Abgaben abstimmen. Ergebnis: die Steuern sollen für alle um sieben Prozent gesenkt werden. Nun hat der Ort die niedrigste Steuerquote im ganzen Kanton Zürich und dürfte noch mehr Millionäre anziehen als sowieso schon.
Ein Bürgerkomitee hatte vorgeschlagen, die Steuern um "nur" fünf Prozent zu senken und die zwei "übrigen"Prozentpunkte für wohltätige Zwecke zu spenden. Eine Sprecherin des Komitees "Solidarität Rüschlikon" sagte der Zeitung "20Minuten": "Mit einem Ja hätten wir gezeigt, dass es uns nicht egal ist, woher das viele Geld kommt."
Etwas anderes formuliert das Gemeindepräsident Bernhard Elsener gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Die Diskussion zeigt, dass die Bürger von Rüschlikon lieber im privaten Solidarität üben als über die Gemeinde." Denn Glencore steht mit seinen Rohstoffengagements heftig in der Kritik. Immer wieder ist von Korruption, Kinderarbeit und schlechten Arbeitsbedingungen in Glencore-Minen in Sambia oder dem Kongo die Rede. Vorwürfe, die das Unternehmen vehement bestreitet.