Für den im Herbst geplanten Börsengang würden primär institutionelle Investoren in Europa, dem Nahen Osten und Asien angesprochen, sagte Bahn-Finanzchef Diethelm Sack am Donnerstag in Frankfurt. Privatanleger seien nicht die Zielgruppe und sollen daher auch nicht mit aufwendigen Fernsehwerbung oder Rabatten gelockt werden. In den vergangenen ahren hatten die damaligen Staatskonzerne
Deutsche Telekom und
Deutsche Post für ihre Börsengänge mit großangelegten Medienkampagnen geworben.
Sack wies Spekulationen zurück, dass die Bahn einen "Plan B" habe, bei dem das Börsendebüt nicht im Herbst, sondern erst im kommenden Jahr stattfinden könnte. Es gebe keinen Ausweichplan. Es werde eine Börsennotierung im Herbst angestrebt. "Der Fahrplan steht." In den kommenden Wochen würden die Details entschieden.
"Wir verschenken nichts"
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte in Berlin auf die Frage nach einer Verschiebung, falls die negative Marktentwicklung anhält: "Wir werden irgendwann ein Erstangebot machen und die Reaktion abwarten. Es ist nicht so, dass wir verkaufen müssen." Die Reaktionen auf die Vorstellung (Roadshow) seien "eigentlich sehr positiv". In der Zeitung "Die Welt" hatte Mehdorn zuvor seine Haltung bekräftigt: "Wenn ich nicht einen angemessenen Preis kriege, geht da nichts. Wir verschenken nichts."
Der für Anfang November erwartete Börsengang, bei dem 24,9 Prozent an der Verkehrssparte an den Markt kommen sollen, dürfte Schätzungen zufolge 5 bis 6 Mrd. Euro erlösen und wäre damit die größte Privatisierung seit dem Post-Börsengang Ende 2000. Der Bund erhofft sich sogar bis zu 8 Mrd. Euro. Wegen der Krise an den Finanzmärkten haben seit Anfang des Jahres aber nur zwei Unternehmen den Sprung auf das Frankfurter Börsenparkett gewagt - das lässt manche Marktteilnehmer auch zweifeln, dass die Bahn-Teilprivatisierung erfolgreich über die Bühne geht.