Das Angebot der Post hatte Verdi am Wochenende abgelehnt. "Es wird morgen bundesweit Warnstreiks bei der Post geben - auf jeden Fall", kündigte eine Sprecherin der Gewerkschaft an. "Die Beschäftigten brauchen jetzt sichere Arbeitsplätze, und dafür werden sie sich in den nächsten Tagen mit Nachdruck einsetzen", hatte Verdi-Vizechefin Andrea Kocsis am Wochenende gesagt. Einzelheiten zu den bevorstehenden Warnstreiks wollte die Verdi-Sprecherin am Montag noch nicht nennen. Die Gewerkschaft hatte aber bereits im Bezirk Berlin-Brandenburg angekündigt, dass es ab dem Dienstag nur eine eingeschränkte Zustellung von Briefen und Paketen geben werde. Die Kunden hätten dafür sicher Verständnis, sagte Landesbezirksleiterin Benita Unger. Die Post sieht dies anders.
Die Deutsche Post hatte am Wochenende mitgeteilt, der am Montag auslaufende Beschäftigungspakt werde bis Ende Juni verlängert. Dadurch wolle man allen Beteiligten mehr Zeit für Verhandlungen verschaffen. Neben dem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sei die Post bereit, die für ihre Beamten ab dem 1. April geltende Arbeitszeitverlängerung auf 41 Stunden zunächst auszusetzen. Das Angebot gelte allerdings nur für den Fall, dass sich die Gewerkschaft Verdi "weiterhin konstruktiv verhält". Es gebe keinerlei Anlass für Streiks - die Post und Verdi wollen ihre Verhandlungsrunde am 9. April fortsetzen.
Verdi wehrt sich gegen die Erhöhung der Arbeitszeit für die noch 55.000 Beamten der Post von 38,5 auf 41 Stunden, weil die Gewerkschaft befürchtet, dass dann auch die Arbeitszeit der 130.000 Tarifbeschäftigten verlängert wird. Die Gewerkschaft fürchtet, dass dann Tausende von Arbeitsplätzen bei dem Bonner Konzern gestrichen werden. Um das zu verhindern, will die Gewerkschaft im Fall von längeren Arbeitszeiten zehn zusätzliche Urlaubstage für die Angestellten durchsetzen. Verdi fordert zudem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 30. Juni 2011. Die Beschäftigungsgarantie endet am 31. März 2008. Auch steht der Post noch die Lohnrunde 2008 ins Haus.