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Merken   Drucken   03.02.2010, 19:39 Schriftgröße: AAA

DB Regio: Freie Bahn für den Wettbewerb  

Leitartikel Die Bahn hat in den letzten Jahren kaum den Eindruck erweckt, um die Gunst der Kunden zu buhlen. Auch der neueste Vorstoß der Konzerntochter DB Regio wird zunächst die Zornesader der Fahrgäste anschwellen lassen.
Ihre geplante Abkehr von hohen Pauschalzuschüssen der Bundesländer dürfte heftige Reaktionen auslösen: Es drohen höhere Ticketpreise und noch mehr Strecken auf dem Land, die stillgelegt werden.
Tatsächlich ist das neue Konzept aber nicht nur wirtschaftlich sinnvoll. Es könnte sogar den Fahrgästen letztlich nutzen. Bisher konnte DB Regio egal sein, wie viele Kunden es hatte. Das Unternehmen erhielt über Jahre hinweg einen festen Betrag vom jeweiligen Bundesland. So hatte es keinen Anreiz, attraktive Tarifmodelle zu entwickeln, Bahnhöfe zu pflegen oder rüde Angestellte zu maßregeln. Mit dem neuen Modell dürfte sich das bessern. Die Bahn müsste sich wieder um jeden Fahrgast bemühen. Strafaufschläge für im Zug gelöste Tickets dürften dann ebenso schnell wieder verschwinden wie Schaffner, die Teenager ohne Ticket bei Minusgraden mitten auf der Strecke aus dem Zug werfen.

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  • Aus der FTD vom 04.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 05.02.2010 10:15:40 Uhr   velofisch: Schrumpfbahn politisch gewollt

    Abwrackprämie und die stetige Reduzierung der Investitionen in neue Schienenstrecken sind die direkten politischen Bremsklötze der Bahn. So wurde die Autobahn Nürnberg-Erfurt gemeinsam mit der Bahnstrecke als Projekt "Deutsche Einheit" beschlossen. Die Autobahn ist lange gebaut und finanziert - bei der Bahnstrecke wurde die Finanzierung wieder gestrichen. Ähnlich geht es anderen Bauvorhaben im Bahnbereich, die auf Jahrzehnte gestreckt werden. FDP und CDU/CSU wollen die Mittel für den Bau von Bahnstrecken sogar noch weiter kürzen.
    Indirekt ist der Bund als Gesellschafter aktiv. Er lenkt die Mittel der Bahn in den LKW-Bereich um (die Bahn hat das Geld ausgegeben um größter LKW-Spediteur in Europa zu werden). Im Kerngeschäft wird die Wartung von Gleisen und Zügen vernachlässigt. Der zuverlässige Bahnbetrieb wurde zu Gunsten der kurzfristigen Gewinnmaximierung vernachlässigt. Seit Jahren fährt die Bahn daher im Notbetrieb mit ständigen Zugausfällen.
    Gleichzeitig wurden Fahrpreise stetig stärker als die Inflationsrate erhöht. Wer immer schlechtere Leistung zu höheren Preisen anbietet hat nicht vor das Geschäft auszubauen. Dies war auch nie Auftrag des Bundes.
    Sämtlichen Lippenbekenntnissen zum Klimaschutz zum Trotz hat die Autolobby die Bahnpolitk gekauft. Herr Grube hat ein paar Auswüchse beseitigt - eine Kehrtwende hat er nicht durchgeführt - und was noch schlimmer ist, soll er auch nicht durchführen.
    Offensichtlich wird dies wenn diejenigen die die Abwrackprämie bejubeln gleichzeitig aus ordnungspolitischen Gründen eine Reduzierung der "Subventionen" der Bahn fordern. Dabei sind die Subventionen für Flugzeug und Auto deutlich höher - auch wenn ADAC und Fluglobby alles tun um einen anderen Eindruck zu erwecken.

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