Zwar sind hierzulande nach wie vor die Discounter ganz vorn: Aldi ist der wertvollste Name in der deutschen Handelslandschaft, Lidl ist auf Platz drei.
Doch die Dynamik deutet in eine Richtung: Aldi setzte bisher allein auf den Preis und verliert deutlich an Wert. Edekas Discounter Netto, Deutschlands neuer Marktführer in Debatten um Mitarbeiterausbeutung, büßt ebenso ein.
Lidl dagegen ist größter Aufsteiger unter den wertvollsten zehn: Vor zehn Jahren noch als schlechte Aldi-Kopie verrufen, profitiert die Firma nun von ihren Bemühungen um einen besseren Ruf als Arbeitgeber und die ständige Weiterentwicklung der Läden.
Ähnlich ist der Trend bei Drogerien und Lebensmittelhändlern: Schleckers Markenwert bricht ein, obwohl die Insolvenz noch nicht einmal berücksichtigt ist. Die Drogeriekette DM gewinnt dagegen stark an Wert.
Edeka, auf Liebe zu Lebensmitteln beschränkt, gewinnt zwar, doch Konkurrent Rewe mit seinem darüber hinausgehenden halbwegs glaubwürdigen Engagement für Nachhaltigkeit gewinnt 50 Prozent stärker.
Kundenpflge außerhalb des Ladens
Weltweit legen die Marken am stärksten zu, die sich länger um die Kunden bemühen als nur vom Eingang bis zur Kasse. "Durch Social-Media-Seiten und Bewertungs-Portale beschäftigen sich die Kunden nach dem Kauf länger mit dem Produkt", glauben die Interbrand-Forscher. Hier gehe es also um Kanäle, die die Firmen nicht mehr mit ihren alten Methoden beeinflussen können.