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Merken   Drucken   24.08.2012, 06:50 Schriftgröße: AAA

Energiewende: Altmaier erwartet Strompreiserhöhung

Für die Energieversorger ist der Stromeinkauf günstiger geworden. Die Verbraucher spüren davon wenig, im Herbst droht gar eine neue Preissteigerungsrunde. Laut Studie kassieren die Energiekonzerne bereits jetzt 3 Mrd. Euro zu viel.
© Bild: 2012 DPA/Jens Büttner
Für die Energieversorger ist der Stromeinkauf günstiger geworden. Die Verbraucher spüren davon wenig, im Herbst droht gar eine neue Preissteigerungsrunde. Laut Studie kassieren die Energiekonzerne bereits jetzt 3 Mrd. Euro zu viel.

Die Energieversorger kassieren in diesem Jahr einer Studie zufolge beim Strompreis bis zu drei Mrd. Euro zu viel von den deutschen Verbrauchern. Das geht aus einer Analyse des Energieexperten Gunnar Harms für die Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die die "Saarbrücker Zeitung" berichtet. Und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erwartet schon in Kürze eine weitere Erhöhung der Strompreise um fünf Prozent.

Bundesumweltminister Peter Altmaier erwartet eine Preissteigerung ...   Bundesumweltminister Peter Altmaier erwartet eine Preissteigerung für die Verbraucher. Foto: Maurizio Gambarini

Laut Harms sind die Preise im Stromeinkauf 2011 um zehn bis 20 Prozent gefallen. "Der Atomausstieg hat nicht zu den befürchteten Preissteigerungen geführt", heißt es in der Studie. Wenn diese Effekte an die Endkunden komplett weitergegeben würden, müsste der Strompreis demnach rund zwei Cent je Kilowattstunde niedriger sein. "In den letzten fünf Jahren zeigt sich, dass gestiegene Einkaufspreise stets unverzüglich weitergegeben wurden, Preissenkungen hingegen nicht, zumindest nicht an das Kundensegment der Haushaltskunden."

Bereits im Herbst rechnet Bundesumweltminister Altmaier mit einem drastischen Preisanstieg als Folge des zu schnellen Ausbaus der Solarenergie. "Die Preise legt die Energiewirtschaft fest", sagte der Altmaier der "Rheinischen Post". Der CDU-Minister will deshalb die teure Förderung der Solarenergie schon früher beenden als bisher geplant. "Die Förderung des Solarstroms wird ganz auslaufen, wenn wir das Ziel von 52 Gigawatt an Leistungskapazität erreicht haben. Das ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Falls wir das Ziel früher schaffen, läuft die Förderung entsprechend früher aus", sagte der Altmaier.

Die Preise für Industriekunden seien in den letzten Jahren hingegen um drei Prozent gesunken, "während gleichzeitig private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen". Die Grünen kritisieren seit Wochen, dass es für energieintensive Unternehmen zu viele Ausnahmen bei den Netzentgelten und den Kosten zur Förderung erneuerbaren Energien gebe, dadurch müssten die Verbraucher beim Strompreis erhebliche Mehrkosten schultern.

Einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden kostet die Ökostrom-Förderung jährlich 125 Euro, davon zahlt er 31 Euro nur für die Industrie-Entlastungen. Die energieintensive Branche betont, nicht die Ausnahmen seien das Problem, sondern Hauptkostentreiber sei die Förderung erneuerbarer Energien. 2011 wurden 16,4 Mrd. Euro Vergütungen an die Produzenten von Ökoenergie gezahlt.

Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, sagte der "Saarbrücker Zeitung", letztlich sei auch die Bundesregierung für den unaufhaltsamen Anstieg der Strompreise verantwortlich. Sie lade die Kosten der Energiewende bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen umfassend entlaste.

  • dpa, 24.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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