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17.01.2011, 19:13
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Erzwungene Auszeit:
Apple-Chef muss erneut pausieren
Er lebt seit fast zwei Jahren mit einer transplantierten Leber. Nachdem er in jüngster Zeit diverse öffentliche Auftritte absolvierte, muss der Konzernlenker wieder kürzertreten. Anleger reagieren nervös. Die Aktie verliert deutlich.
Apple -Chef
Steve Jobs muss wieder wegen Krankheit kürzertreten. Der Verwaltungsrat habe ihm erlaubt, eine gesundheitsbedingte Auszeit zu nehmen, ließ Jobs am Montag mitteilen. Er werde aber Konzernchef bleiben und an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Der 55-Jährige nannte keinen Zeitraum für seine Abwesenheit. Jobs gilt als zentrale treibende Kraft hinter den Erfolgen des iPhone- und iPad-Herstellers. Deshalb wird seine Gesundheit besonders aufmerksam beobachtet.
Apple machte die Ankündigung an einem US-Feiertag, dem Martin Luther King Day, so dass es keine Reaktion an der New Yorker Börse gibt. Im Frankfurter Handel sackte das Papier umgehend um fast acht Prozent ab, erholte sich dann aber wieder leicht.
Steiler Aufstieg
So wurde Steve Jobs zum Branchen-Guru
Jobs war in den vergangenen Jahren bereits zweimal ernsthaft krank. 2004 wurde er wegen einer Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse operiert und konnte geheilt werden. 2009 musste er sich einer Lebertransplantation unterziehen. Nach seinen Angaben hatte damals ein hormonelles Ungleichgewicht seinen Stoffwechsel durcheinandergebracht und für rapiden Gewichtsverlust gesorgt. Seitdem schien Jobs keine weiteren Gesundheitsprobleme zu haben.
Die operative Führung solle wie bereits bei seiner Abwesenheit 2009 der Manager Tim Cook übernehmen, kündigte Jobs an. Damals hatte die Auszeit das erste Halbjahr gedauert. "Ich liebe Apple so sehr und hoffe, so schnell wie ich kann zurückzukommen", schrieb Jobs in einer E-Mail die Mitarbeiter. Bis dahin bitte er um Respekt für seine Privatsphäre.
Die Auszeit von Jobs kommt in einer Zeit, in der Apple mehrere wichtige Ankündigungen bevorstehen. In den nächsten Wochen oder Monaten soll es eine zweite Generation des Tablet-Computers iPad geben. Außerdem wird die Ankündigung einer neuen iPad-Zeitung aus dem Haus von Medien-Unternehmer Rupert Murdoch erwartet. Laut bisherigen Medienberichten wurde damit gerechnet, dass Murdoch und Jobs "The Daily" gemeinsam in San Francisco vorstellen. Als Termin war bereits der 19. Januar genannt worden - später hieß es jedoch, die Präsentation müsse um einige Wochen verschoben werden, angeblich, weil noch an der Software gearbeitet werde.
"Das kam unerwartet. Investoren sind überrascht, und das wird der Aktie von Apple etwas von ihrem Glanz nehmen", sagte Alexander Peterc, Equity Analyst bei Exane. Die Auswirkungen von Jobs' Abwesenheit dürften sich aber erst in ein paar Jahren zeigen. "Mit ihren jetzigen Produkten dürften sie sich auch noch eine ganze Zeit gut halten." Auf lange Sicht werde Apple aber an Innovationskraft einbüßen, da das Unternehmen eine sehr große Organisation geworden ist. Jedes Produkt, das Apple auf den Markt gebracht habe, sei genau von Jobs überwacht worden.
Teil 2: Wie Apple zu Kult wurde
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dpa, 17.01.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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