Die EU-Kommission und das US-Justizministerium teilten mit, mehrere Firmen würden untersucht. British Airways, Air France KLM, Cargolux, SAS und Lufthansa bestätigten Ermittlungen. Dagegen sagten FedEx und die Deutsche Post, sie seien nicht kontaktiert worden. Die Fluggesellschaften machten keine genaueren Angaben, sondern bestätigten lediglich die Untersuchungen.
Ermittlungen auch gegen asiatische Airlines
Die Ermittlungen wurden auch auf Asien ausgedehnt. Die Kartellbehörden der EU und der USA ließen am Mittwoch Büros von Fluggesellschaften aus Japan, Südkorea und Hongkong durchsuchen. Betroffen sind nach eigenen Angaben Japan Airlines, Cathay Pacific Airways aus Hongkong sowie die beiden koreanischen Unternehmen Korean Air und Asiana Airlines. Durchsucht wurden Büros in Frankfurt, Los Angeles und San Francisco.
Die EU-Kommission habe Grund zu der Annahme, dass die Unternehmen verbotene Preisabsprachen getroffen haben, teilte die Behörde in Brüssel mit. Aus dem US-Justizministerium hieß es, die US-Wettbewerbsbehörde sei eingeschaltet worden und
koordiniere sich sowohl mit der EU als auch mit weiteren internationalen Kartellbehörden.
Straftat in den USA
Die US-Bundespolizei FBI erklärte, sie habe die Fracht-Terminals von KLM und Air France am Chicagoer Flughafen O'Hare durchsucht. Es habe keine Festnahmen gegeben und es sei keine Anklage erhoben worden, sagte ein Sprecher.
In den USA gelten Kartellverstöße als Straftaten und können Gefängnisstrafen zur Folge haben. In der EU werden Geldbußen von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes verhängt.
"Die Kartellbehörden ermitteln zurzeit wegen möglicher Kartellverstöße im Bereich Luftfracht", teilte Lufthansa in Frankfurt mit. "Lufthansa wird die Ermittlungen der Behörden
vollumfänglich unterstützen", hieß es in einer knappen Mitteilung weiter. Details könnten wegen der laufenden Ermittlungen nicht genannt werden.
Die Konzerntochter Lufthansa Cargo sowie die Frachttochter von Air France-KLM sind die weltweit größten Luftfrachttransporteure. Durch billige neue Anbieter aus Osteuropa und den arabischen Ländern waren sie in den vergangenen Jahren massiv unter Preisdruck geraten.