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Merken   Drucken   02.08.2012, 00:01 Schriftgröße: AAA

Favorisierter Standort BER: Lufthansa wittert Staatshilfen für neue Tochter

Bei ihrer Standortsuche für die neue Flugtochter liebäugelt die Lufthansa in der Hoffnung auf Investitionshilfen mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg. Für den Pannen-Airport wäre das ein Imageschub, für den ehemaligen Germanwings-Standort Köln ein herber Verlust.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Fredrik von Erichsen
Bei ihrer Standortsuche für die neue Flugtochter liebäugelt die Lufthansa in der Hoffnung auf Investitionshilfen mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg. Für den Pannen-Airport wäre das ein Imageschub, für den ehemaligen Germanwings-Standort Köln ein herber Verlust.

Die Lufthansa  steht vor einer heiklen Standortentscheidung. Die Konzernführung will nach FTD-Informationen Ende dieses Monats beschließen, wo die neue Fluggesellschaft ihren Sitz haben wird, die aus dem Billigflieger Germanwings und großen Teilen des Lufthansa-Europa-Verkehrs entsteht. Der Konzern favorisiert dem Vernehmen nach einen Standort am neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg - auch weil dort mit erheblichen staatlichen Investitionsbeihilfen zu rechnen ist. Köln als Sitz von Germanwings hätte das Nachsehen.

Für den Pannen-Airport Berlin-Brandenburg (BER) wäre die Ansiedlung der neuen Lufthansa-Tochter mit mehreren Hundert Mitarbeitern und einem Milliardenumsatz ein wirtschaftlicher Erfolg und ein großer Imagegewinn. Bislang hat BER nur negative Schlagzeilen produziert. Der Starttermin wurde wegen gravierender baulicher Mängel zweimal verschoben. Auch der vor einiger Zeit vom Berliner Regierenden Bürgermeister und Flughafen-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit verkündete neue Termin am 17. März 2013 wackelt, wie Wowereit am Mittwoch bestätigte. Mit einer Entscheidung für Berlin würde die Lufthansa jedoch die Politiker des Landes Nordrhein-Westfalen und die dortige Öffentlichkeit gegen sich aufbringen. Die Region ist für die Airline ein wichtiger Markt.

Die Auswahl des Standorts ist Teil des Umbauprogramms, das Lufthansa-Chef Christoph Franz und sein Passagevorstand Carsten Spohr eingeleitet haben. Germanwings sowie die dezentralen deutschen und europäischen Flugverbindungen jenseits der Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München schreiben insgesamt dreistellige Millionenverluste. Dies soll sich durch die bereits beschlossene Bündelung ändern. Offen ist, ob dabei der Markenname Germanwings erhalten bleibt. An diesem Donnerstag will die Lufthansa ihre Halbjahreszahlen vorlegen.

Germanwings-Betriebsratschefin Daniela Bartik sagte, dass derzeit ein Lufthansa-interner Standortwettbewerb zwischen Köln, Düsseldorf und eben dem Hauptstadtflughafen laufe. Anders als Nordrhein-Westfalen könnten Berlin und Brandenburg mit Subventionen locken. "Das ist eine konzernpolitische Entscheidung", sagte Bartik der FTD.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, dass es noch keine Festlegung gebe. "Die Standortfrage wird geprüft", bestätigte sie jedoch.

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