"Es fanden bereits Gespräche auf höchster Ebene zwischen Thomas Cook und Lufthansa statt", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Insider der Financial Times Deutschland. Mit diesem Schachzug würde Marktführer Lufthansa seine Macht in der aktuellen Krise der Luftfahrtbranche weiter ausbauen und Air Berlin im Billig- und Ferienfliegersegment noch stärker unter Druck setzen. Condor ist eine Thomas-Cook-Tochter.
Wie bei allen Billigfliegern verhageln auch bei Air Berlin Kerosinpreise und Rezessionsangst die Kalkulation. Deutschlands zweitgrößter Anbieter muss sich nach der Absage der Condor-Übernahme am Freitag zudem nach einer neuen Strategie umschauen.
Bereits vor der endgültigen Absage der Fusion mit Air Berlin hatte Thomas Cook Alternativen für Condor sondiert und sich mit Lufthansa in Verbindung gesetzt. Ziel ist demnach, noch im Spätsommer oder im Herbst eine schriftliche Vereinbarung zu schließen. Condor, TUIfly und Germanwings sollen nach Vorstellungen von Lufthansa zu einem Dreierbündnis verschmolzen werden, ohne das eines der beteiligten Unternehmen die Mehrheit hält. Lufthansa ist Muttergesellschaft von Germanwings und an Condor mit 25 Prozent beteiligt.
Condor-Chef Ralf Teckentrup und der damalige TUIfly-Chef Christoph Müller hatten bereits Ende 2006 unter dem Namen "Bluewings" an einer Fusion der drei Unternehmen gearbeitet. Experten rechnen damit, dass dieser Zusammenschluss nur unter Auflagen von den Kartellbehörden genehmigt wird.