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Merken   Drucken   22.09.2011, 10:14 Schriftgröße: AAA

Folge des Richtunsgwechsels: HP-Chef Apotheker droht der Rauswurf

Er verordnete Hewlett-Packard einen scharfen Richtungswechsel, der sogar die Fachwelt verblüffte. Anleger reagierten entsetzt.  Ihre Laune verbessert sich schlagartig als Folge von Spekulationen über einen Rauswurf Apothekers - nach weniger als einem Jahr. Die Aktie steigt.
© Bild: 2011 dapd/AP
Er verordnete Hewlett-Packard einen scharfen Richtungswechsel, der sogar die Fachwelt verblüffte. Anleger reagierten entsetzt. Ihre Laune verbessert sich schlagartig als Folge von Spekulationen über einen Rauswurf Apothekers - nach weniger als einem Jahr. Die Aktie steigt.

Die Zeit für den aus Deutschland stammenden Hewlett-Packard -Chef Léo Apotheker  scheint abzulaufen: Nach nicht mal einem Jahr an der Spitze des amerikanischen Computerkonzerns erwägt der Verwaltungsrat laut übereinstimmenden Informationen von ftd.de und US-Medien, Apotheker vor die Tür zu setzen. Als Nachfolgerin ist die ehemalige Ebay -Chefin Meg Whitman im Gespräch.

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Eine mit den Vorgängen vertraute Person berichtete ftd.de, der Verwaltungsrat prüfe den Rauswurf Apothekers. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die Aktionäre von HP brachen ob der Nachricht in Freudengeheul aus. Der Kurs sprang um vier Prozent nach oben, als die Nachrichtenagentur Bloomberg und der Technologieblog "All Things Digital" unter Berufung auf eingeweihte Personen als erste Medien über den sich anbahnenden Personalwechsel berichteten. HP teilte mit, sie wollten keine Spekulationen kommentieren. Whitman war nicht zu erreichen.

"Der Verwaltungsrat hat nach den Ereignissen der vergangenen Monate als Minimum die treuhänderische Pflicht zu erwägen, ob er Apotheker in der Sitzung nur verhauen oder gleich feuern will", sagte Joshua Greenbaum, Analyst beim kalifornischen IT-Beratungsunternehmen Enterprise Applications Consulting. Das Gremium habe die Pflicht, die Situation genau unter die Lupe zu nehmen und Apotheker aufzufordern zu beweisen, dass er es Wert sei, an Bord zu bleiben, sagte Greenbaum.

Wenig Expertise

Ob an der Bloomberg-Meldung etwas dran ist, dass das Verwaltungsratsmitglied Meg Whitman als Nachfolgerin oder Interimschefin erwogen werden könnte, bleibt abzuwarten. Die Internetmilliardärin, die den Internetkonzern Ebay 2008 nicht eben in bester Verfassung verließ und sich vergangenes Jahr erfolglos um das Amt des kalifornischen Gouverneurs bewarb, hat wenig Ahnung von HPs Geschäft.

Lasten kritische Investoren Apotheker schon an, dass er als früherer SAP -Vorstandschef zu wenig Erfahrung mit dem Hardwaregeschäft hat, so dürfte Whitman in dieser Hinsicht deutlich schlechter abschneiden. Sie hat nicht nur wenig Ahnung vom Geschäft mit PC, Server, Speichersystemen oder Druckern, sondern beherrscht auch nicht Software oder IT-Dienstleistungen für Unternehmenskunden.

Auch das Privatkundengeschäft des kalifornischen Traditionskonzerns ist nicht ihre Expertise. Sollte der Verwaltungsrat tatsächlich in den eigenen Reihen nach einem Apotheker-Ersatz suchen, so wäre sein Chef, der frühere Oracle -Topmanager Ray Lane, der einleuchtendere Kandidat.

Apotheker hatte das Ruder von Mark Hurd übernommen, nachdem dieser wegen einer undurchsichtigen Affäre zu einer externen Mitarbeiterin gehen musste. Der ehemalige SAP-Chef kündigte Mitte August an, HP mehr in Richtung Dienstleistungen auszurichten und das Kerngeschäft mit Computern abzustoßen oder auszugliedern. Außerdem stellte er die Produktion des erst wenige Wochen zuvor vorgestellten Tablet-Computer HP TouchPad wieder ein. Der Aktienkurs von HP sackte nach dem von Apotheker verkündeten Richtungswechsel über 20 Prozent ab.

Sollte Apotheker tatsächlich gehen müssen, wäre das schon der zweite Tiefschlag in Folge. Bei SAP hatte er den Chefposten nach Differenzen mit Gründer Hasso Plattner räumen müssen. Mitarbeiter des Spezialisten für Unternehmenssoftware aus Walldorf sagen Apotheker einen schroffen Führungsstil nach.

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  • dpa, 22.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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