Warum denkt sich eine Drogeriekette einen sinnfreien Werbeslogan aus? Ist doch klar: Weil die Kunden einen intelligenten Spruch nicht schnallen würden.
von Annette Berger
Die Drogeriemarktkette Schlecker nennt ihre eigenen Kunden ungebildet. Auf Kritik am neuen Schlecker-Slogan "For You. Vor Ort" antwortete ein Unternehmenssprecher schriftlich, der Slogan solle schließlich die durchschnittlichen Schlecker-Kunden ansprechen, und diese seien nun mal "dem niederen bis mittleren Bildungsniveau zuzuordnen".
In einem Brief an die Fachzeitschrift "Deutsche Sprachwelt" sagt der Sprecher, die Kritik persönlich durchaus zu teilen, man solle sich jedoch auch die Kunden der Kette vor Augen führen. Das entsprechende Schreiben kursiert inzwischen im Internet - und etliche Medien machen sich darüber lustig.
Pressemeldungen zufolge hatte der Verein für Sprachpflege, der die Zeitschrift herausgibt, Unterschriften gegen den deutsch-englischen Werbespruch gesammelt und diese zusammen mit einem Protestbrief an die Zentrale von Schlecker geschickt.
Bloß raus hier!
Immer wieder werden deutsche Unternehmen für Werbesprüche in Englisch oder mit englischen Elementen kritisiert - und veralbert. So werden hierzulande von mehreren Online-Portalen hübsche "Leichensäcke" angepriesen - damit meinen die Werber Taschen oder Rücksäcke. Auf Englisch heißt "body bag" aber Leichensack.
Manchmal verstehen Kunden englische Sprüche nicht, wie etwa den der Parfümeriekette Douglas "Come in and find out". Auf Nachfragen übersetzten viele Kunden diesen Satz mit "Komm rein und finde wieder raus" - dabei hätte es Douglas lieber gesehen, wenn sie im Laden herausgefunden hätten, was es für tolle Produkte dort gibt.
Im Web kursieren unzählige Artikel und Debatten über das "Denglisch", also eine Wortmischung aus Deutsch und Englisch. Der "Spiegel" warnte vor einiger Zeit, man solle mit Englisch in der deutschen Geschäfts- und Werbesprache immer hübsch vorsichtig sein. "Worst Case" sei schließlich keine Wurstkiste.
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