Rund 280.000 Exemplare der Bordzeitschrift "Easyjet Traveller" verteilt die Billigairline monatlich an seine Passagiere. Ebenso viele sammelte der Konzern im November wieder ein. In der aktuellen Ausgabe präsentierten Fotomodels in aufreizender Pose Designerkleidung vor dem Mahnmal, das den ermordeten Juden im Dritten Reich gewidmet ist.
Nachdem die Abbildungen in britischen und israelischen Zeitungen für Furore gesorgt hatten, entschuldigte sich das Unternehmen in einer Mitteilung bei allen, die sich durch die die Aufnahmen in ihren Gefühlen verletzt sahen. Das Magazin sei durch eine externe Werbeagentur produziert worden, die Fotostrecke habe man erst nach Drucklegung entdeckt.
Die Mahnmals-Stiftung selbst wurde von den Abbildungen überrascht. Eine Dreh- bzw. Fotogenehmigung habe man der Agentur nie ausgestellt, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage von FTD.de. Darüber hinaus verwies Stiftungs-Direktor Uwe Neumärker darauf, dass nur solchen Projekten eine Dreh- oder Fotogenehmigung erteilt werde, die einen "inhaltlichen Bezug zum Denkmal haben." Kommerzielle Aufnahmen lehne die Stiftung grundsätzlich ab.
Für das Partnerunternehmen könnte die Novemberausgabe noch Konsequenzen haben. Der Billigflieger kündigte an, die Geschäftsbeziehungen mit der Agentur zu überprüfen.