Die Eigentümer des Konsumgüterkonzerns Tchibo müssen sich zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mit einem familienfremden Aktionär auseinandersetzen. Wie die FTD von mit der Situation vertrauten Personen erfuhr, hat der in der Szene oft als Berufskläger bezeichnete Investor Karl-Walter Freitag Aktien des Familienunternehmens erworben. von Astrid Maier und Sven Clausen (Hamburg)
Gleichzeitig hat Freitag sich zur Hauptversammlung (HV) am kommenden Donnerstag angemeldet. Tchibo bestätigte am Montag die Informationen. "Er wird versuchen, uns auf der HV in einen Verfahrensfehler zu stürzen", hieß es dazu aus dem Tchibo-Umfeld.
Tchibo wird von der Hamburger Familie Herz kontrolliert. An der Tchibo-Holding, zu der eine Mehrheit am Nivea-Produzenten Beiersdorf gehört, sind jeweils die Brüder Michael und Wolfgang mit rund 35 Prozent sowie Joachim und Mutter Ingeburg mit etwa 15 Prozent beteiligt. Die Brüder Michael und Wolfgang streiten seit Monaten mit ihrem Bruder Joachim über strategische Einzelheiten. Im Umfeld des Konzerns wird vermutet, dass Joachim Aktien an Freitag verkauft hat, um seine Brüder unter Druck zu setzen. Freitag war am Montag nicht zu erreichen. Er soll im Besitz von vier Aktien sein.
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