Der Abschwung der Weltwirtschaft kommt an Deutschlands größtem Airport an. Zwar sind die Passagierzahlen im vergangenen Jahr noch gestiegen - dafür ging das Frachtaufkommen zurück. Betreiber Fraport dämpft den Ausblick.
Am Frankfurter Flughafen wurden im vergangenen Jahr mit 2,2 Millionen Tonnen Fracht und Luftpost rund drei Prozent weniger abgefertigt als 2010. Konzernweit kam der Flughafenbetreiber auf 2,5 Millionen Tonnen, rund zwei Prozent weniger als im vorangegangenen Spitzenjahr, teilte Fraport am Freitag mit.
Dabei machte sich die schwächere Konjunktur bemerkbar. Die Frachtentwicklung gilt als Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung. Sinkt das Frachtaufkommen, steht meist ein Wirtschaftsabschwung bevor.
Besser lief es dagegen im Passagierbetrieb. Fraport zählte 2011 so viele Fluggäste wie nie zuvor. Insgesamt landeten an Deutschlands größtem Flughafen und den Fraport-Auslandsflughäfen, an denen das Unternehmen in Antalya (Türkei), Lima (Peru) sowie Varna und Burgas (Bulgarien) beteiligt ist, 96,6 Millionen Passagiere. Das sind gut neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Frankfurt legte die Zahl der Fluggäste um 6,5 Prozent auf 56,4 Millionen zu.
Für das laufende Jahr hatte Fraport-Chef Schulte bereits am Mittwoch die Wachstumshoffnungen für Deutschlands größten Flughafen gedämpft. Angesichts der unsicheren Wirtschaftsentwicklung dürfte die Zahl der Fluggäste trotz der zusätzlichen neuen Landebahn voraussichtlich nur um vier Prozent steigen, hatte der Manager auf einer Analystenkonferenz in New York angekündigt. Der Umsatz soll dennoch über die für 2011 geplanten gut 2,3 Mrd. Euro hinaus zulegen. Beim Konzerngewinn will das Unternehmen wieder das Niveau des Vorjahres erreichen. Die Bilanz legt Fraport am 8. März vor.
Wie im Gesamtjahr erzielte Fraport auch im Dezember einen Passagierrekord. Erstmals wurde in Frankfurt im letzten Monat eines Jahres die Marke von vier Millionen Fluggästen geknackt. Weil ein Jahr zuvor wegen heftigen Schneefalls viele Flüge ausgefallen waren, legte das Aufkommen im milden Dezember 2011 um zwölf Prozent auf 4,2 Millionen Passagiere zu.
Die Flugausfälle herausgerechnet, hätte das Plus den Angaben zufolge lediglich fünf Prozent betragen. "Die Inbetriebnahme der neuen Landebahn hat sich zum Jahresende bereits sehr positiv auf die Verkehrsentwicklung in Frankfurt ausgewirkt", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Das Frachtaufkommen ging hingegen um gut fünf Prozent zurück.
Unter den Auslandsstandorten legte - in absoluten Zahlen - vor allem der Flughafen Antalya an der türkischen Riviera kräftig zu. Das Passagieraufkommen wuchs im Gesamtjahr um 13 Prozent auf fast 25 Millionen Fluggäste. Am Südamerika-Drehkreuz in Lima starteten oder landeten 11,8 Millionen Passagiere, 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
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