Frust beim Schienenkonzern:Weniger Zentralismus bei der Bahn
Leitartikel
Fast alle Mitarbeiter bei der Bahn sind frustriert - ein Riesenproblem für den Konzern. Mit Marketing kann wird das Unternehmen das nicht in den Griff bekommen: Die Bahn muss ihren Angestellten wieder mehr zutrauen.
"Die wichtigste Ressource des DB-Konzerns sind seine Mitarbeiter" - so steht das zumindest auf der Internetseite der Bahn. Was aber jetzt in einer konzerneigenen Umfrage herauskam, lässt Zweifel aufkommen am Umgang mit dieser wertvollen Ressource. Nahezu 70 Prozent der Bahn-Mitarbeiter sind frustriert am Arbeitsplatz.
Viele stöhnen über bürokratische Abläufe, zentralistische Strukturen, rüde Umgangsformen, fehlende Flexibilität und mangelnde Entscheidungsfreiheit.
Die wichtigste Ressource des DB-Konzerns sind seine Mitarbeiter
Hinzu kommt, dass das negative Image der Bahn in der Öffentlichkeit auch nicht unbedingt zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt. Die Bahn-Mitarbeiter sind immer die Ersten, die den geballten Ärger von Reisenden abbekommen, wenn wieder einmal Züge verspätet oder überfüllt sind oder ausfallen, wenn Klimaanlagen nicht funktionieren oder sich lange Schlangen vor Fahrkartenschaltern bilden. Selbst wenn die Bahn nicht an allen Übeln des Schienenverkehrs Schuld trägt - im Zweifel sind Bahn-Mitarbeiter die Blitzableiter der Zugreisenden.
Mit Marketingmaßnahmen sind die Probleme der Bahn in Sachen Außen- und Innenwahrnehmung aber nicht in den Griff zu bekommen. Das hat auch das Management erkannt. Für die Mitarbeiter gibt es deshalb Regionalkonferenzen, auf denen sie ihren Frust artikulieren können und gemeinsam mit dem Management nach Lösungen gesucht wird. Ein Problemlösungsversuch für Gefrustete, den man schon aus der Politik kennt und der dort nur mäßig erfolgreich ist (siehe Angela Merkel und die CDU).
Es wird Zeit, Konsequenzen aus den bereits gewonnenen Erkenntnissen zu ziehen. Eine Erkenntnis ist: Die im Zuge des geplanten Börsengangs vom einstigen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn vorangetriebene Zentralisierung hat zwar zunächst die Kosten reduziert, erweist sich aber im operativen Alltag immer mehr als bürokratisches Monstrum. So passierte es, dass der Bahn-Vorstand in Berlin die Einstellung von zwei Lokführern irgendwo in der Provinz abnickte. Wenig sinnvoll ist es auch, die Budgetgrenzen etwa von Bahn-Managern in der Region so niedrig zu halten, dass diese sich bei jeder kleinen Ersatzbeschaffung nach oben hin absichern müssen. Etwas mehr Vertrauen in die Mitarbeiter vor Ort kann da nur helfen - zumal bei einem Dienstleistungsunternehmen, das so lokal und so zeitnah auf die Bedürfnisse seiner Kunden eingehen muss wie die Deutsche Bahn.
Auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter gibt es Handlungsbedarf: Wenn tatsächlich eine qualifizierte Mehrheit der Beschäftigten so gefrustet ist wegen ihrer Arbeitsbedingungen, dann wird es Zeit, dass die sonst so rührigen und lautstarken Interessenvertreter mal diese Probleme konkret angehen. Nicht nur die Bahn-Mitarbeiter würden es ihnen danken - auch die Reisenden.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Soll die größte US-Bank zerschlagen werden? Die Größe einer Bank allein ist kein Makel. Der Fall zeigt aber, dass der Derivatehandel eine strengere Aufsicht braucht. mehr
Zahlt der Chef die Krankenzusatzpolice, verzichten Versicherer auf die Gesundheitsprüfung. Davon profitieren vor allem Angestellte mit Vorerkrankungen. Bei arbeitnehmerfinanzierten Modellen schauen die Anbieter aber wieder genauer hin. mehr
Ein Anteilspaket geht an den Industrieausrüster Andritz. Das Grazer Unternehmen kündigt ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre an. Für chinesische Interessenten gab es dagegen Absagen. mehr
Der neue Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, hat ehrgeizige Pläne: Das Geldhaus soll in der globalen Spitzenliga mitmischen. Dafür will er die Banker umerziehen: keine Ego-Shows mehr und ein Bekenntnis zur Heimat. mehr
Während es in Deutschland derzeit zappenduster für Schlecker aussieht, ist das Auslandsgeschäft über den Verkaufstisch gegangen. Système U hat Schlecker-Frankreich gekauft. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!