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Merken   Drucken   13.06.2012, 21:50 Schriftgröße: AAA

Geplanter Deal: Rhön-Gründer watscht Bieter Fresenius ab

Noch wackelt die Übernahme von Rhön-Klinikum durch die Fresenius-Tochter Helios. Auf der Hauptversammlung plaudert Großaktionär Münch schon Details der Fusionsgespräche aus - und wird dabei sehr deutlich.
von Frankfurt

Der hohe Besuch in der zweiten Sitzreihe hatte Grund zum Staunen. Zur Hauptversammlung von Rhön-Klinikum  fanden sich Ulf Schneider und Stephan Sturm ein, Vorstands- und Finanzchef des Medizinkonzerns Fresenius . Dessen Tochter Helios will Rhön für knapp 4 Mrd. Euro erwerben - und so observierten die Topmanager in der Jahrhunderthalle Frankfurt die Lage beim Partner in spe.

Der Unternehmenssitz der Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt a.d. Saale   Der Unternehmenssitz der Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt a.d. Saale

Dann setzte es einen klein en Abwatscher. In einer persönlichen Erklärung erläuterte Rhöns Gründer, Großaktionär und Aufsichtsratschef Eugen Münch knapp eine Stunde lang, warum er den Deal eingefädelt hat. Gesundheitspolitik und Konkurrenzdruck würden zu Fusionen zwingen, so der Kern. Nach gescheiterten Gesprächen mit einem Wettbewerber verhandelte Münch - am eigenen Vorstand vorbei - mit Fresenius.

Dass Rhön Helios kaufe, sei für Fresenius nicht in Frage gekommen, sagte Münch. Eine Alternative: Rhön hätte Helios als Sacheinlage gegen eigene neue Aktien übernehmen können. So wäre Rhön eigenständig geblieben, mit Fresenius als Großaktionär.

"Das hätte dazu geführt, dass die bei solchen Übernahmen und Vereinigungen immer gestressten Seelen der Unternehmen geschont worden wären." Schließlich habe es in den Gesprächen jedoch "eine abrupte Wendung" gegeben, sagte Münch. Die andere Seite habe auf eine Vollübernahme bestanden. "Was letztlich Fresenius bewogen hat, die zunächst diskutierte Lösung abzulehnen, kann offen bleiben." Noch etwas bekamen die Fresenius-Manager auf den Weg: Ihr Unternehmen solle "zum Teufel" gehen, wenn es die Zusagen nach der Übernahme nicht einhalte.

Die Motive für Münchs Redseligkeit sind unklar; immerhin will er seinen Anteil von gut zwölf Prozent verkaufen. Die Beteiligten sind dem Vernehmen nach nervös, weil die bis 27. Juni laufende Offerte wackelt. Fresenius will mindestens 90 Prozent der Aktien angedient bekommen. Diese Marke sei "kein Herzenswunsch" von ihm, sagte Münch. Dabei fordert Rh ö ns Satzung, dass gesellschaftsrechtliche Beschlüsse 90 Prozent Zustimmung erfordern. Die Fusion stand beim Aktionärstreff nicht auf der formellen Tagesordnung, weil diese vor Vorlage der Offerte erstellt wurde.

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