Metro sagt den Verkauf von Kaufhof ab. Das hat man in den vergangenen Jahren schon öfter gehört, und auch dieses Mal kommt es nicht überraschend. Im Herbst war mitten im Machtkampf der Metro-Spitzenmanager mit dem Österreicher René Benko urplötzlich ein Interessent aufgetaucht, den bis dahin keiner auf dem Schirm hatte. Ein Immobilienmann, der kräftig Druck machte. Das beides legte von Anfang an den Verdacht nahe, dass Benko die unruhigen Zeiten und für ein Immobilienschnäppchen nutzen wollte. Die Chance ist verstrichen, und damit auch das Interesse, immer wieder am eigenen Angebot zu feilen.
Denn tatsächlich war sowohl von Benko als auch von dem zweiten Interessenten, Nicolas Berggruen, seit dem Jahreswechsel kaum noch etwas zu hören gewesen. Benko war angeblich im Urlaub, Berggruen hatte sich damit abgefunden, von Metro nicht wirklich vorgelassen zu werden. Deshalb kommt es wenig überraschend, dass Metro den Verkaufsprozess nun absagt. Die zur Begründung herangezogene Finanzkrise ist dabei nicht das entscheidende Argument. Staatsschuldenkrise und drohende Griechen-Pleite waren zu Beginn der Verhandlungen mindestens so aktuell wie heute. Tatsächlich konnten sich Verkäufer und Käufer einfach nicht auf einen Preis und die Zuständigkeit für eventuell noch nötige Reparaturen einigen - so banal wie bei einem Gebrauchtwagenkauf.
Kaufhof ist damit nun fürs erste weiterhin Konzernteil, behält aber weiter ein Preisschild im Fenster. Auf das der nächste Interessent in die Verhandlungen einsteigt. Denn auch wenn der Verkauf mit jeder abgesagten Verhandlung unwahrscheinlicher wird, bleibt im Unternehmen eine Unsicherheit - und die behindert die eigentliche, die tägliche Arbeit, auf die Kaufhof sich eigentlich konzentrieren soll.