Teil 2: Medizin im Renditestrudel
... was jedem Arzt, der seinen gesunden Menschenverstand nicht beim Eintritt ins Medizinstudium an der Pforte abgegeben hat, selbst klar sein müsste. Schon die Ausbildung bereitet auf das herrschende System vor: so hat man zu denken, so zu handeln, wenn man "dazugehören will". Schon hier mischen sich auch wirtschaftliche Einflüsse mit medizinischer Lehrmeinung.
Beim Eintritt ins Berufsleben steht man dann vor der Entscheidung, in einem maroden und korrupten System mitzuwirken, das nach Aussage eines hochrangigen Kriminalbeamten "nur noch mit organisierter Kriminalität zu vergleichen ist", oder viele Jahre des Studiums abzuschreiben und sich neu zu orientieren.
Spätestens zu dem Zeitpunkt einer Niederlasssung steht jedem Mediziner dann die Entscheidung offen, im Strom mitzuschwimmen und damit das System zu unterstützen (und sei es nur durch stillschweigende Duldung), sich den Zwängen und Repressalien von Banken, Krankenkassen und KVen auszusetzen oder alternative Wege zu gehen.
Kürzlich gab es wieder einen Versuch der Hausärzte in Bayern, dem zu entkommen. So wie es aussieht, scheitert er an der Angst vieler Einzelner. Sehr schade.
Gesundheit ist das höchste Gut, das man als Mensch haben kann. Das darf kein Wirtschaftsgut sein. Damit darf nicht geschachert und spekuliert werden. Eine Gesellschaft, die das zulässt, ist selbst sehr krank. Und die Verantwortung tragen diejenigen, die profitieren, die regulieren und reglementieren.
Interessanterweise sind das diejenigen, die die Mittel haben, sich in dem von ihnen geschaffenen System für den eigenen Bedarf "das Beste vom Besten" herauszupicken - was man von denen, die den Löwenanteil der 335 Milliarden Euro, die pro Jahr in Deutschland für das Gesundheitswesen ausgegeben werden, mit ihren Krankenkassenbeiträgen bezahlen, nicht behaupen kann.