Der Weltmarkt hat die deutschen Spitzenreiter eingeholt: Den Hamburgen macht die Konkurrenz aus Asien schwer zu schaffen. Preisstürze von mehr als 40 % drücken Conergy in die roten Zahlen.
Conergy hat 2011 einen deutlich höheren Verlust verbucht als vom Unternehmen erwartet. Das Betriebsergebnis (Ebitda) liege nach vorläufigen Berechnungen bei minus 80 bis minus 85 Mio. Euro, teilte der Solarkonzern am Dienstag mit. Conergy selbst hatte zuletzt für 2011 einen Verlust von 50 bis 55 Mio. Euro prognostiziert. Mit rund 755 Mio. Euro habe der Umsatz hingegen im Rahmen der eigenen Erwartungen gelegen.
Wie die gesamte Solarbranche leidet auch Conergy unter den stark gesunkenen Preisen für Solarmodule. "Wir haben im Gesamtjahr branchenweit einen Preisverfall bei Modulen von mehr als 40 Prozent gesehen", sagte Conergy-Chef Philip Comberg. Daneben machen dem Hamburger Unternehmen unter anderem Verzögerungen bei der Finanzierung von Projekten vor allem in Griechenland, Spanien und Italien sowie die Kosten für Stellenstreichungen in seinem Werk in Frankfurt an der Oder zu schaffen.
Conergy hatte im September entschieden, die Zell- und Waferfertigung in Frankfurt an der Oder einzustellen und dort nur noch Solarmodule zu produzieren. 100 der insgesamt 450 Stellen an dem Standort wurden gestrichen und auf die bislang 110 beschäftigten Leiharbeiter verzichtet. Dies habe zu erheblichen negativen Einmaleffekten geführt, sagte Comberg.
"Schlank ins neue Jahr"
Zudem habe Conergy Forderungen wertberichtigt und den Lagerbestand durch Abverkauf von Beständen zum Jahresende reduziert. "Dies hat zwar das Ergebnis in 2011 zusätzlich belastet, jedoch gehen wir so mit schlanken Beständen und ohne Lasten ins neue Geschäftsjahr. Gleichzeitig haben wir dadurch einen positiven Cashflow aus dem operativen Geschäft erzielt", sagte Comberg.
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