Eine der schwierigsten Übernahmeschlachten um Firmen aus dem Aktienindex MDAX neigt sich dem Ende zu: Der US-Investor Advent International könnte schon kommende Woche ein Übernahmeangebot für den Parfümeriekonzern Douglas abgeben. Advent habe sich mit den Douglas-Großaktionären Erwin Müller und der Oetker-Gruppe geeinigt, erfuhr die FTD aus Finanzkreisen. Advent wolle etwa 38 bis 40 Euro für die Douglas-Aktien bezahlen, hieß es. Dies würde Douglas mit 1,5 bis 1,6 Mrd. Euro bewerten.
Damit bahnt sich für den Handelskonzern mit 24.000 Beschäftigten und 3,4 Mrd. Euro Umsatz eine klare Lösung an. Durch die Übereinkunft mit Drogerieunternehmer Müller und dem Familienkonzern Oetker hat Advent die Mehrheit an Douglas schon so gut wie sicher: Müller hält 10,81 Prozent und hat über Verkaufsoptionen Zugriff auf weitere 15 Prozent der Anteile. Oetker gehören 25,81 Prozent an Douglas.
Die Zukunft von Douglas war zuvor fast ein Dreivierteljahr unklar gewesen, die Lage schien zeitweise verfahren. Im Januar hatte die Gründerfamilie Kreke angekündigt, den Konzern mithilfe von Finanzinvestoren ganz übernehmen zu wollen. Vorstandschef Henning Kreke sowie dessen Vater und Aufsichtsratschef Jörn, die gut zwölf Prozent halten, wollten Douglas von der Börse nehmen und zerschlagen. Der Plan war erst kürzlich gescheitert.
Der Plan krankte von Anfang an daran, dass die Krekes den Drogerieunternehmer Müller nicht auf ihrer Seite hatten. Müller war Ende 2009 bei Douglas eingestiegen; er verfolgte eigene Pläne und legte sich mit den Krekes an. Eigentlich wollte Müller seine Anteile immer aufstocken. Letztlich dürften finanzielle Engpässe dafür gesorgt haben, dass der 79-Jährige stattdessen Verhandlungen mit Advent aufnahm.
Bankkreisen zufolge muss Müller demnächst Douglas-Verkaufsoptionen erfüllen, für die er Stillhalter ist. Vermutlich mehrere Aktionäre verfügen über Anteile, die der Unternehmer ihnen zu bestimmten Fristen abnehmen muss. Deren Preis liegt bei 42 bis 43 Euro. Das bedeutet, dass Müller Aktien für 42 bis 43 Euro kaufen muss, die am Markt derzeit nur 34 Euro wert sind - ein Riesenverlust.
Müller musste fürchten, dass sich diese Verluste noch ausweiten, wenn es nicht zu einem Übernahmeangebot kommt. Ein Preis zwischen 38 und 40 Euro würde für ihn bedeuten, dass er seine Verluste stark eingrenzen kann. Douglas, Advent und Müller lehnten jeden Kommentar ab oder waren nicht zu erreichen.