Drei Wochen nach der angesetzten Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens beginnen die Berliner Sommerferien - das klingt nach Reisechaos. Doch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gab sich am Dienstag überzeugt: Niemand müsse sich wegen des geplatzten Starttermins für den neuen Hauptstadtflughafen Sorgen um seinen Urlaubsflug machen. "Da wird es wohl keine Einschränkungen geben."
Auch die betroffenen Fluglinien versprachen Planungssicherheit für Reisende. Die Lufthansa werde den "vielen Tausend neuen Kunden, die bereits Flüge vom 3. Juni an gebucht haben, entsprechend andere Angebote machen", versprach Airline-Chef Christoph Franz auf der Hauptversammlung in Köln. Dafür will sich die Lufthansa zusätzliche Start- und Landerechte an den Altflughäfen Tegel und Schönefeld sichern. "Die geplanten zusätzlichen Flüge sollen in jedem Falle starten", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Airline hatte geplant, das Angebot der von Berlin angeflogenen Ziele ab dem Sommer von acht auf 38 Städte in Europa und dem Nahen Osten zu erweitern.
Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin kündigte an, bis zur Eröffnung des Hauptstadtflughafens weiter Berlin-Tegel anzufliegen. Allerdings müsse die Airline nun komplett umplanen. Es sei "sehr sportlich", das neue Drehkreuz der Fluglinie in so kurzer Zeit von Tegel aus zu operieren, sagte ein Sprecher. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn sprach von "gewaltigen logistischen Herausforderungen". Bisher seien alle Flugpläne auf die Eröffnung am 3. Juni ausgerichtet gewesen. Den Großflughafen will Air Berlin als neues Drehkreuz nutzen, von dem Flugzeuge täglich in sechs Wellen sternförmig nach Berlin fliegen. Dieses System sei exakt auf die Bedingungen des neuen Flughafens zugeschnitten und in Berlin-Tegel nicht ohne Weiteres durchführbar, so das Unternehmen.
Der Billigflieger Germanwings will seinen Kunden Planungssicherheit garantieren. Man werde den aktuellen Flugplan beibehalten und wie bisher von und nach Schönefeld fliegen, hieß es. Ebenfalls entspannt gab sich Easyjet: Die Flüge würden wie geplant weiter nach Schönefeld geleitet werden. Eine große Kapazitätserhöhung hatte die Fluggesellschaft ohnehin nicht geplant.