Noch sind nicht alle Vermissten des verunglückten Schiffs geborgen. In den USA wird eine Sammelklage vorbereitet. Die Reederei kündigte zuvor an, unverletzten Passagieren je 11.000 Euro zahlen. Verbraucherschützer warnen vor dem Angebot.
Nach dem Schiffsunglück vor der italienischen Küste wollen sich Überlebende und Hinterbliebene zu einer Sammelklage in den USA zusammenschließen - darunter auch mindestens 16 Deutsche. "Angedacht sind 160.000 Dollar für Überlebende und eine Million aufwärts für Verstorbene", sagte der Rechtsanwalt Hans Reinhardt am Freitag. Er vertrete bisher 15 deutsche Überlebende und den Sohn einer bei dem Unglück ums Leben gekommenen Frau. Weitere Hinterbliebene überlegten, ob sie sich anschließen. "Wir arbeiten mit einer amerikanischen Kanzlei in New York zusammen", sagte Reinhardt.
Havarie der "Costa Concordia"
Mit Dampf gegen das Schweröl
Die Reederei des verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" hatte am Morgen angekündigt, Passagieren eine Entschädigung von je 11.000 Euro auszuzahlen. Auf eine entsprechende Summe hatten sich mehrere italienische Verbraucherschutzorganisationen und die Firma Costa Crociere geeinigt. Das Geld soll demnach an unverletzte Passagiere gezahlt werden, etwa für den Verlust ihres Gepäcks und psychische Folgen.
Außerdem würden der Preis für die Kreuzfahrt und alle weiteren Reisekosten erstattet, hieß es in der Mitteilung vom Freitag. Passagiere, die auf das Angebot eingehen, müssen sich aber verpflichten, nicht gegen Costa zu klagen.
Die Verbraucherschutzorganisation Codacons, die an der Einigung nicht beteiligt war, empfahl Passagieren, das Angebot zunächst nicht anzunehmen und sich erst auf psychische Schäden untersuchen zu lassen. Codacons bereitet eine Sammelklage gegen den Costa-Mutterkonzern Carnival in den USA vor und fordert 125.000 Euro für jeden Passagier.
Die "Costa Concordia" hatte mehr als 3000 Touristen an Bord, als sie vor zwei Wochen vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen fuhr. Das Schiff kippte zur Seite und ging teilweise unter. Bei dem Unglück starben mindestens 16 Menschen, darunter mehrere Deutsche. Weitere werden vermisst. Der Kapitän wird verdächtigt, das Schiff zu nahe an die Küste gesteuert zu haben.
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