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Merken   Drucken   22.02.2006, 14:15 Schriftgröße: AAA

Heros-Geschäftsführer packt aus  

Im Betrugsskandal beim größten deutschen Geldtransport-Unternehmen Heros will der verhaftete Firmeninhaber ein umfangreiches Geständnis ablegen. Das Unternehmen hatte für sich und seine 23 Tochterfirmen Insolvenz angemeldet. Auslöser der Pleite ist eine Betrugsaffäre.
Das Geldtransport-Unternehmen Heros hatte einen Marktanteil von 50 ...   Das Geldtransport-Unternehmen Heros hatte einen Marktanteil von 50 Prozent
"Mein Mandant wird den Sachverhalt aufklären und die Verantwortung übernehmen", sagte Bertram Börner, der Anwalt des Heros-Chefs, am Mittwoch in Hannover. Noch in dieser Woche werde es eine Vernehmung geben. "Sie wird sicher nicht darin bestehen, dass mein Mandant die Vorwürfe bestreitet", sagte Börner. Der Heros-Chef sitzt in Untersuchungshaft. Wofür genau sein Mandant die Verantwortung übernehmen werde, sagte der Anwalt nicht.
Die Ermittler werfen dem Heros-Chef und drei weiteren Personen vor, rund 300 Mio. Euro Kundengeld veruntreut haben soll. Der Anwalt sagte, der Heros-Chef sei Mitte der vergangenen Woche zu ihm gekommen und habe sich selbst anzeigen wollen. "Der innere Druck war zu groß geworden." Die Selbstanzeige sei für Freitag geplant gewesen. Die Ermittlungsbehörde sei ihm aber zuvorgekommen und habe am Freitag Räume der Firma durchsucht.
Staatsanwaltschaft wertet Dokumente aus
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach sagte, die Ermittler werteten nun die bei den Durchsuchungen sichergestellten Dokumente und Unterlagen aus. Zudem würden Heros-Mitarbeiter und andere Zeugen vernommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass bei Heros Gelder zu privaten Zwecken abgezweigt wurden und dass die Firma mit den Kundengeldern im Rahmen eines Schneeballsystems finanziert wurde. Dabei könnten Kundengelder eingesetzt worden sein, um Finanzlöcher zu stopfen. "Eine andere Erklärung gibt es realistisch betrachtet kaum", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Unterdessen lief der Geschäftsbetrieb nach Angaben einer Heros-Sprecherin auch am Mittwoch normal weiter. Zur Zukunft des Unternehmens wollte sie sich zunächst ebenso wenig äußern wie der Insolvenzverwalter.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte eine schärfere Kontrolle des privaten Geldtransportgewerbes. Der Fall Heros sei zwar in der Dimension einmalig, jedoch kein Einzelfall, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg in Berlin. Bei den staatlichen Kontrollmöglichkeiten über die Geldtransporteure gebe es einen "eklatanten Mangel".
  • FTD.de, 22.02.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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