Brita hatte für die Einfuhr von Soda-Club-Produkten den ermäßigten Zolltarif beantragt. Das Hauptzollamt Hamburg-Hafen lehnte dies ab, das Verfahren ging an den Europäischen Gerichtshof. Das Urteil des EuGH steht zwar noch aus, allerdings richtet sich das Gericht meistens nach der Entscheidung des Generalanwalts. Wie immer es sich aber auch entscheidet, das Urteil ist politisch brisant: Wenn das EuGH Yves Bot zustimmt, würde Europa damit faktisch Israels Siedlungspolitik für illegal erklären. Im umgekehrten Fall dagegen käme das einer Anerkennung dieser Politik gleich.
Dementsprechend verhalten reagierte man im Auswärtigen Amt auf diese Vorentscheidung: Man äußere sich nicht zu einem laufenden Verfahren, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage der FTD. Brita wollte deswegen ebenfalls keinen Kommentar abgeben. Einem schriftlichen Statement zufolge hat die Firma den Vertrieb der Produkte in Deutschland 2003 eingestellt. Beim Streit ginge es immer nur um die Frage, ob Israel die Behörde war, die das Ursprungszeugnis der Waren offiziell habe ausstellen dürfen, heißt es darin weiter. Inzwischen, sagte eine Sprecherin, habe es sich zu einer grundsätzlichen völkerrechtlichen Frage entwickelt. Mit dem EuGH-Urteil rechnet das Unternehmen im Dezember oder Januar. Danach werde das Verfahren in Hamburg wieder aufgenommen, sodass man dann "im Frühjahr kommenden Jahres das Urteil hat", sagte die Sprecherin.