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16.01.2011, 23:08
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Klinikbetreiber:
Unordentliche Hauptversammlung der Marseille-Kliniken
Spektakuläres Aktionärstreffen: Der Firmengründer und derzeitige Chef Ulrich Marseille lässt Journalisten nur widerwillig hinein, haut den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden in die Pfanne - und wird am Ende selbst nicht ganz entlastet.
von Ruth Fend Hamburg
Die Schlammschlacht beginnt schon bei der Begrüßung zur ordentlichen Hauptversammlung der
Marseille -Kliniken. Der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Bergheim hat soeben die Aktionäre sowie die Damen und Herren von der Presse begrüßt, als der erste Zwischenruf kommt: "Die Presse ist doch gar nicht zugelassen. Warum lügen Sie die Aktionäre an!" Es ist Manfred Klein, Profiaktionär und Nervensäge. Der gereizte Auftakt wird zum Programm, auf diesem zähen Aktionärstreffen.
Ulrich Marseille
Die Presse wollte der Klinikbetreiber zunächst nicht zulassen, erst in letzter Minute gewährte er der FTD am Freitag Zutritt zum Hamburger Hotel Radisson Blu. Offenbar sollte die Öffentlichkeit nicht erfahren, was die Aktionäre des Pflegeheimbetreibers so umtreibt: Wie kann es sein, dass der Kurs innerhalb weniger Jahre von 18 Euro auf mickrige 2,45 Euro runtergerauscht ist - und damit unter den Nennwert? Der Firmengründer, Mehrheitseigner und - jetzt wieder - Vorstandsvorsitzende Ulrich Marseille gibt endlich eine Antwort: Der Axel Hölzer war's.
Der nicht eingeladene Ex-Vorstandsvorsitzende, der im März 2010 urplötzlich krankheitsbedingt zurückgetreten und mit Lobeshymnen verabschiedet worden war, habe das Unternehmen zuletzt völlig aus dem Ruder laufen lassen, erklärt Marseille jetzt den Teilhabern. Von Ungereimtheiten ist plötzlich die Rede, die der Aufsichtsrat - damals mit Marseille an der Spitze - ab September des Vorjahrs immer wieder angemerkt habe, von Verträgen, die nicht fristgerecht durchgeführt worden seien, gar von "Täuschungsmanövern".
Vor allem wirft Marseille seinem Vorgänger aber Versagen beim Verkauf der Reha-Sparte vor. Dieser wurde nach dessen Weggang realisiert - und zwar an ein anderes Unternehmen, als Hölzer favorisiert hatte. "Der Verkauf an die Firma Auctus in München hat uns netto fast 9 Mio. Euro mehr eingebracht als das, was uns Hölzer als Best Case vorgelegt hatte", schimpft der hochgewachsene Hanseat mit der weißen Stirnlocke. Jetzt will er von Hölzers Versicherung 12,5 Mio. Euro Schadensersatz einstreichen. Und weder Hölzer noch seinen früheren Vorstandskollegen Peter Paul Gardosch von Krosigk entlasten.
Teil 2: Warum die Aktionäre so viele Fragen haben
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Aus der FTD vom 17.01.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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