Die Behörde stellt mildere Bedingungen, als noch vor Kurzem erwartet wurde: Nur knapp 400 Filialen muss Tengelmann an Dritte abgeben. Zudem untersagte das Amt die geplante Einkaufskooperation der Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte mit Edeka. Damit entsteht gemessen am Umsatz eine neue Nummer drei auf dem Discountermarkt. Mit Erlösen von rund 10,4 Mrd. Euro wird Netto künftig direkt den Marktführern Aldi und Lidl folgen.
Unter der Führung von Edeka sollen Plus und der Edeka-Discounter Netto Marken-Discount zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammengeführt werden. Anfang April hatte die Behörde signalisiert, dass die von Edeka und Tengelmann im November verkündete Zusammenlegung in der geplanten Form nicht genehmigungsfähig sei. Daraufhin rechnete die Branche mit harten Einschnitten - etwa der Abgabe von bis zu 800 Standorten.
Tengelmann will nun schnellstmöglich die Filialen verkaufen, die Edeka nicht übernehmen darf. Man habe bereits Gespräche über den Verkauf der 378 Plus-Standorte aufgenommen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Experten gehen davon aus, dass ein Teil dieser Filialen schwer loszuschlagen sein wird. "Wenn die Läden, die zum Verkauf stehen, den Durchschnitt der Plus-Filialen repräsentieren, sind 100 bis 150 der Standorte nicht wettbewerbsfähig - und damit kaum verkäuflich", sagte Handelsexperte Thomas Roeb. Das Kartellamt wischte solche Bedenken am Dienstag beiseite. "Wir glauben, das Paket ist veräußerbar", sagte Birgit Krüger, Leiterin der zuständigen Beschlussabteilung.