Deutschlandchef Christian Veith deutete lediglich an, dass die Kunden "in aller Regel" die Preise akzeptierten, wollte konkreter aber nicht werden. "Tagessätze legen wir unseren Kunden offen, nicht jedoch der Öffentlichkeit. Aufträge, die nicht unseren Preisvorstellungen entsprechen, nehmen wir auch nicht an", sagte er der FTD.
Mit diesem Kurs hat er BCG weiter an den Marktführer McKinsey geschoben, der in Deutschland derzeit auf rund 500 Mio. Euro kommt, seit Jahren aber nur noch schwach wächst. Dessen Deutschlandchef Frank Mattern gibt der Rendite klar den Vorrang. Anfang dieses Jahres bezifferte er sie indirekt auf rund 30 Prozent. Sie verschaffe McKinsey nötigen Spielraum für Investitionen, so Mattern.
Für BCG in Deutschland und Österreich gab Veith am Dienstag ein Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 444 Mio. Euro bekannt. Weltweit legte der Umsatz um zwölf Prozent auf mehr als 3 Mrd. Dollar zu. Veith verteidigte seinen Kurs: "Wachstum ist für BCG kein Selbstzweck. Wir wollen wachsen - und zwar stärker als unsere Wettbewerber - da überproportionales Wachstum ein Beweis für die Anerkennung ist, die unsere Arbeit im Markt findet. Intern schafft Wachstum Dynamik und Opportunitäten für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."
Im laufenden Jahr sieht Veith bei den Unternehmen verstärkte Nachfrage nach Wachstumsprojekten - nachdem in den Jahren zuvor oft Sparprogramme dominiert haben. Um selbst weiter zu wachsen, will BCG in Deutschland und Österreich 220 neue Berater einstellen. Das wäre ein Zuwachs von fast 25 Prozent. Als einzige Umsatzträger ist deren Zahl der verlässlichste Indikator für die Wachstumsaussichten von Beratungsfirmen. Allerdings verlassen in der Branche traditionell viele Berater ihren Arbeitgeber in Richtung Industrie. 2010 hat BCG saldiert die Zahl seiner Consultants um fünf Prozent auf 910 erhöht.