In der Halle, wo noch am Sonntag Popsänger Mark Medlock aufgetreten war, startete am Montag der dreitägige Gläubigerversammlungs-Marathon. Zunächst stand die Dachgesellschaft Arcandor AG mit 94 Beschäftigten und angemeldeten Forderungen von 600 bis 700 Geldgebern auf dem Programm. Versammelt waren lediglich einige Dutzend Betroffene. Deutlich mehr los sein dürfte am Dienstag und Mittwoch bei den Treffen von Karstadt und Quelle.
Die Botschaft zum Auftakt vom Insolvenzverwalter war niederschmetternd: Für diejenigen, denen der Pleite-Konzern Arcandor Geld schuldet, wird die Insolvenz zum Milliardengrab. Von den angemeldeten Forderungen in Höhe von 19 Mrd. Euro werde nur ein Bruchteil bezahlt werden können, sagte Görg. Zu den Betroffenen gehören Banken, Lieferanten, Vermieter und Beschäftigte des Unternehmens. Auch das Finanzamt macht Milliardenforderungen geltend. Aktionäre wurden als nachrangige Gläubiger eingestuft.
Zahlungen "im unteren Promille-Bereich"
Vor allem Geldgeber der Konzernobergesellschaft würden kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen, sagte Görg. Für die angemeldeten Forderungen in Höhe von insgesamt rund 15 Mrd. Euro werde es nur Rückzahlungen "im unteren Promille-Bereich" geben. Das heißt: Für jeden Euro, den Arcandor schuldig geblieben ist, werden die Betroffenen weniger als einen Cent zurückerhalten.
Insgesamt wird mit einer Verfahrensdauer von bis zu zehn Jahren gerechnet. Die Holding Arcandor und ihre wichtigsten Töchter hatte am 9. Juni Insolvenz angemeldet.