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02.09.2010, 12:49
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Liquidationsplan:
Karstadt droht das Aus
Exklusiv
Berggruen bekommt Karstadt. Oder Borletti erhält doch noch den Zuschlag. Zu diesen beiden Szenarien für die Kaufhauskette gesellt sich ein drittes. Denn der Insolvenzverwalter hat einen Zerschlagungsplan in der Schublade. Jetzt gibt es in den entscheidenden Londoner Verhandlungen einen Fortschritt.
von Henning Hinze Hamburg
und Angela Maier München
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bereitet das Ende der Kaufhauskette vor. Sollte der Vermieter Highstreet den geforderten Mietsenkungen nicht verbindlich zustimmen, will Görg am Abend auf einer Gläubigerausschusssitzung sein Liquidationsszenario vorstellen.
Die Präsentation wurde mit der Einladung an die Ausschussmitglieder versandt und liegt der FTD vor. Demnach sollen Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende verkauft und alle anderen Filialen bis Ende Februar 2011 geräumt werden.
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg
Mit seiner Drohung gegenüber den Gläubigern dringt Görg auf eine Entscheidung in dem Verhandlungsdrama. Der Insolvenzverwalter fürchtet, dass die Gespräche am Donnerstag bei Highstreet scheitern und Karstadt nicht mehr zu retten ist. Denn stimmen die Gläubiger des Konsortiums den geforderten Mietsenkungen nicht zu, bedeutet das die Blockade des Insolvenzplans. Der Verkauf an den Investor Nicolas Berggruen wäre dann gescheitert.
In den Londoner Gesprächen gab es am Donnerstagmittag einen Fortschritt. Die Anleihe-Gläubiger von Highstreet stimmten dem Mietvertrag mit Berggruen zu, teilte Highstreet mit.
Innerhalb des Konsortiums gibt es FTD-Informationen zufolge jedoch noch zwei Hürden für die Zustimmung. Beide betreffen die sogenannten Mezzanine-Kapitalgeber. Sie haben eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital eingelegt und deshalb weder Sicherheiten noch Stimmrechte, erhalten dafür aber höhere Zinsen. Zudem hat jeder von ihnen ein Vetorecht, falls diese Zinsen - etwa durch Mietsenkungen - gekürzt werden sollen.
Seit Mittwoch spricht nach FTD-Informationen deshalb der italienische Kaufhausunternehmer Maurizio Borletti gezielt Mezzanine-Geldgeber an, um sie zum Verkauf ihrer Kredite an ihn zu bewegen. Borletti war mit seinem erst vor wenigen Wochen eingereichten Gebot für Karstadt bei Görg abgeblitzt.
Teil 2: "Endlich eine Entscheidung erzwingen"
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Aus der FTD vom 02.09.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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