Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Montag entsprechende Testergebnisse. Schon vor der Bekanntgabe hatte Cadbury elf seiner Schokoladenprodukte aus Sicherheitsgründen zurückgerufen. Die Rückrufaktion wurde durch eine Erklärung des staatlichen Hongkonger Zentrums für Lebensmittelsicherheit (ZfL) bekannt. Die betroffenen Erzeugnisse seien in der Cadbury-Fabrik in Peking hergestellt und in Hongkong vertrieben worden.
In der Erklärung wurde Melamin nicht namentlich erwähnt. Die billige Industriechemikalie war in den letzten Wochen in mehreren chinesischen Milchprodukten oder aus Milch hergestellten Erzeugnissen gefunden worden. Cadbury wollte sich vorerst nicht zu dem Vorgang äußern. Vergangene Woche hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass staatliche Stellen kein Melamin in den drei chinesischen Fabriken gefunden hätten, von denen der Konzern seine Milchprodukte beziehe.
Ob die in Peking hergestellten Produkte nur nach Hongkong oder noch in andere Städte exportiert wurden, ist noch unklar. Auf die Frage, ob staatliche Labore die Cadbury-Produkte auf Melanin prüfen werde, antwortete eine Regierungssprecherin, dass Tests durchgeführt würden. In der ZfL-Mitteilung wurde die Bevölkerung zudem aufgefordert, die Cadbury-Produkte nicht mehr zu essen. "Wir rufen den Handel dazu auf, die entsprechenden Produkte nicht mehr zu verkaufen. Das ZfL wird die Erzeugnisse prüfen und die Situation genau überwachen."
In den letzten Wochen wurde eine steigenden Zahl an Milchprodukten oder aus Milch hergestellten Erzeugnissen aus den Regalen genommen, nachdem bekannt wurde, dass sie mit Melanin verunreinigt worden waren. Die vergiftete Milch führte dazu, dass mehr als 13.000 Kleinkinder in Krankenhäusern aufgrund von Nierenschädigungen behandelt werden mussten. Drei Todesfälle sind bestätigt.