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Merken   Drucken   16.08.2012, 21:02 Schriftgröße: AAA

Nach Notlandungen: Ryanair-Chef O´Leary wehrt sich gegen Sicherheitsvorwürfe

Der Chef des Billigfliegers Ryanair verteidigt sein Unternehmen gegen den Vorwurf der spanischen Behörden, dass mehrere seiner Flugzeuge nicht ausreichend betankt gewesen seien. Vielmehr sei "nicht normal", dass seine Maschinen so lange über Valencia kreisen mussten.
© Bild: 2012 Bloomberg/Chris Ratcliffe
Exklusiv Der Chef des Billigfliegers Ryanair verteidigt sein Unternehmen gegen den Vorwurf der spanischen Behörden, dass mehrere seiner Flugzeuge nicht ausreichend betankt gewesen seien. Vielmehr sei "nicht normal", dass seine Maschinen so lange über Valencia kreisen mussten.
von Birgit Jennen, Madrid

Ryanair -Chef Michael O'Leary wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die jüngsten Notlandungen der Billigfluggesellschaft im spanischen Valencia auf Sicherheitsprobleme hindeuten könnten. Die Notlandungen waren ein "außergewöhnliches Ereignis", sagte er der FTD. "Jede der drei Maschinen hatte genug Treibstoff an Bord, dass es für 90 Minuten über der geplanten Landezeit reichte. Die Flugzeuge mussten jedoch rund eine Stunde nach der geplanten Landezeit in einer Warteschleife über Valencia kreisen. Das ist nicht normal", verteidigte er sich.

Ryanair-Chef Michael O'Leary   Ryanair-Chef Michael O'Leary

Im Auftrag des Verkehrsministeriums untersucht die spanische Flugsicherheitsbehörde (AESA) derzeit drei Vorfälle, die sich schon am 26. Juli ereigneten. Diese haben das Potential, das Image der Fluglinie zu beschädigen. Wegen eines Gewitters mussten an dem Tag zahlreiche Flugzeuge mit Flugziel Madrid nach Valencia umgeleitet werden. Drei Ryanair-Maschinen mussten hierbei den Notruf Mayday ausgeben, da die Kerosinmenge ein vorgeschriebenes Minimum erreicht hatte.

Die spanische Luftsicherheitsbehörde will nun prüfen, ob die Maschinen zu knapp betankt wurden. Je leichter ein Flugzeug, desto billiger ist es, dieses zu betreiben. Kritik wurde auch von Seiten der deutschen Piloten-Organisation laut. Der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, hatte kritisiert, dass Ryanair die Piloten unter Druck setze, nicht zu viel Treibstoff mitzunehmen. Bei Ryanair müssten die Piloten zusätzliche Treibstoffvorräte schriftlich begründen. Ein solcher Druck von Seiten des Managements sei inakzeptabel.

"Ryanair operiert wie alle anderen europäischen Fluglinien", erklärte dagegen O'Leary. Die Airline erfülle die Sicherheitsvorschriften des Herstellers Boeing und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit. "Unsere Treibstoffpolitik funktioniert." Die Maschinen nach Madrid seien mit zusätzlich 50 bis 60 Prozent des für die Strecke notwendigen Treibstoffs betankt gewesen. "Wenn ein Pilot mehr als diese Menge mitnimmt, dann muss er das begründen. Das ist kein Druck. Das ist ein völlig vernünftiges Verfahren", meint O'Leary. "Ryanair hat zu keinem Zeitpunkt die Sicherheit der Passagiere gefährdet. Die Passagiere waren genervt, weil sie eine zusätzliche Stunde in der Luft warten mussten."

Notlandungen sind nach Angaben des Ryanair-Chefs Teil des Sicherheitssystems der irischen Fluggesellschaft. "Wenn eine Airline Mayday ausruft, dann handelt es sich nicht um eine Notsituation. Sondern das ist ein vorgeschriebenes Verfahren für eine bevorzugte Landung", sagte er. "Zum Zeitpunkt des Notrufs und Landung haben die Airlines dann immer noch Treibstoff für 30 Minuten Flugzeit im Tank. Das ist ein Teil unseres Sicherheitssystems."

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