Angesichts von Problemen mit verschmutzter Kabinenluft lässt die Lufthansa ein Analysegerät zur Messung möglicher Schadstoffe in der Kabine entwickeln. Damit sei das Fraunhofer-Institut beauftragt worden, sagte ein Lufthansa -Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel".
Zudem wurden in Antriebsaggregaten von Triebwerken gemeinsam mit dem Hersteller Rolls-Royce bereits spezielle Bleche eingezogen. Sie sollen verhindern, dass austretendes Öl über Ansaugstutzen in die Kabinenluft gelangt. Bis alle Maschinen damit ausgestattet sind, kontrollieren den Angaben zufolge Techniker, ob Öl ausgetreten ist und beseitigen es gegebenenfalls manuell.
"Diese Dinge sind Belege dafür, dass wir es erst nehmen", sagte der Lufthansa-Sprecher. Insgesamt gehe es aber nur um minimale Mengen von Öl. Die Maßnahmen liefen schon länger und seien keine Reaktion auf die am Freitag bekanntgewordenen Vorfälle bei Germanwings. Die "Welt" und "NDR Info" hatten berichtet, dass 2010 ein Airbus der Lufthansa-Tochter bei der Landung in Köln nur knapp einer Katastrophe entgangen sei, weil beide Besatzungsmitglieder kontaminierte Kabinenluft eingeatmet und Vergiftungserscheinungen gezeigt hätten.
Nach Angaben des Sprechers soll nach dem Willen der Lufthansa künftig zudem sicherheitshalber beim Anlassen der Triebwerke vorübergehend keine sogenannte Zapfluft aus dem Triebwerk entnommen werden. Auch das solle dazu beitragen, dass möglicherweise auftretende Ölreste nicht in die Kabine gelangten. Hier warte das Unternehmen noch auf grünes Licht vom Luftfahrt-Bundesamt und dem Hersteller.
In der "Welt am Sonntag" hatte der Sprecher zuvor gesagt, es hätten mehrmals Triebwerke gewechselt werden müssen, da es zu Geruchsvorfällen in Cockpit oder Kabine gekommen sei. Dies sei "in der überwiegenden Mehrzahl" aufgrund der "routinemäßigen Wartung" geschehen.