Übers Netz will Kaufhof-Chef Lovro Mandac die Kunden an sich binden. Andere Händler kapitulieren bisher vor der schwierigen Verzahnung von Online und Offline
Der nahtlose Übergang zwischen den Vertriebsformen gilt als einer der künftig entscheidenden Erfolgsfaktoren für Händler in westlichen Märkten. Weil der Onlinehandel als einziger Vertriebsweg noch Umsatzzuwächse erreicht, drängen viele Unternehmen in diese Richtung. Dabei werden denjenigen die besten Chancen eingeräumt, die im Internet beispielsweise erste Anlaufstelle für Kunden sind, die sich in der Filiale informiert haben und nicht entscheiden konnten; oder denjenigen, die nach einer Bestellung im Internet einen Umtausch in der Filiale ermöglichen. Bisher hat in Deutschland noch kein großer Händler solch ein Modell umgesetzt, weil Computer- und Abrechnungssysteme, Lager, Logistikketten und Mitarbeiter darauf nicht eingerichtet sind. H&M stoppte jüngst sogar einen groß angelegten Versuch.
Kaufhof will nun im September ein entsprechendes Angebot starten. "Es wird dabei auch die üblichen Geburtswehen geben. Das ist normal", sagte Mandac. Details zu Serviceangeboten und Umsatzzielen wollte er nicht nennen. Klar ist aber, dass das Angebot im Gegensatz zum derzeit bestehenden, rudimentären Onlineladen auch die wichtigste Warengruppe des Kaufhauses enthalten soll. "Es wird online nicht alle Waren aus der Filiale geben, aber viele. Und wir starten online auch mit Textilien", sagte Mandac.