Die Kaufhausmarke Hertie soll als Onlineshop zurück auf den Markt. Nils und Jan Klöker, zwei Unternehmer aus dem niedersächsischen Osnabrück, haben die Namensrechte an dem 2008 in die Insolvenz gegangenen Unternehmen gekauft. "Das kann ich bestätigen", sagte Nils Klöker am Donnerstag zu einem entsprechenden Bericht der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft".
Jan und Nils Klöker führen die HDK AG in Osnabrück. Das Unternehmen betreibt eigenen Angaben zufolge mehr als 20 Onlineshops mit 40 Mitarbeitern in verschiedenen Sortimentsbereichen.
Der Hertie-Neustart soll zwischen Ende 2012 und Mitte 2013 erfolgen. Vorbild für das neue Onlinekaufhaus sind Amazon und Otto. Zielgruppe ist die ganze Familie. Ein detailliertes Konzept gibt es noch nicht, wohl aber bereits einen Slogan: Mit "Hertie - Viel Spaß beim Einkaufen" sollen künftig Kunden auf die Shopseiten gelockt werden. Hertie hatte im Sommer 2008 mit damals mehr als 4000 Beschäftigten Insolvenz beantragt.
Zu Details wollte sich Klöker noch nicht äußern, auch nicht zum Kaufpreis für die Markenrechte. Ein Sprecher von Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr sagte lediglich: "Die Marke war noch aus der Insolvenzmasse zu haben." Zum Preis machte auch er keine Angaben. Kaufinteressenten gab es mehrere.
Die Drogeriekette Schlecker gibt es nicht mehr, die Discountermarke Plus ist nach der Übernahme durch Edeka aus den Städten verschwunden. Auch der Versandhändler Quelle ging in die Insolvenz. Die Onlineableger dieser Marken existierten aber noch und seien erfolgreich, sagt der Trendforscher Marco Atzberger vom Handelsinstitut EHI in Köln.
Unternehmer hätten im Augenblick wohl mehr Fantasie, eine Marke im Internet wiederzubeleben als im stationären Einzelhandel, so Atzberger. Allerdings sei das Hertie-Vorhaben kein Selbstläufer. "Das Image von Hertie ist freundlich, aber auch ein bisschen verstaubt." Entscheidend sei letztlich das Konzept, mit dem die Unternehmer punkten wollen.