Logistik: Mehr als Pakete fahren
Oft konnte Beer dann nur noch kurzfristig reagieren, was Stress und hohe Kosten mit sich brachte. Besserung brachte eine Software fürs Supply-Chain-Management (SCM), die genau weiß, welche Produktionslinien wann gebucht sind. Und auch gleich durchgibt, wann GSR bei einer Auftragsänderung welches Material ordern muss und am Kommandostand der Fertigung präzise durchgibt, wo es eng wird. "Wir wissen seitdem frühzeitig, wo es Probleme gibt und können rechtzeitig umplanen und uns zum Beispiel nach einem alternativen Lieferanten umschauen." Außerdem konnte GSR die Lagerbestände und damit die Kapitalbindung reduzieren.
Logistik und SCM sind heute kaum mehr sauber zu trennen, weder begrifflich noch in der praktischen Arbeit. Es geht darum, wie Unternehmen den Materialfluss steuern, vom Lieferanten übers Lager und die Produktion bis zum Kunden, und bei Reklamationen auch wieder zurück. "Wer heute seine Logistik optimieren will, muss die Lieferkette innerhalb und außerhalb des Unternehmens im Blick haben", sagt Helge König, Experte für Supply Chain Operations und Logistik bei der Unternehmensberatung J&M. "Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen haben hier Nachholbedarf." Im Idealfall können Firmen dank verbessertem SCM ihren Umsatz steigern und die Kosten senken.
Zunächst einmal gilt es, die Lieferkette innerhalb des eigenen Unternehmens zu optimieren. "Viele Firmen haben ihre Produktion bis ins letzte Detail optimiert, darüber aber die Logistik vergessen", sagt König. Dann werden zum Beispiel drei verschiedene Teile in einer Box ans Band geliefert, weil sie dann schnell und einfach in einem Arbeitsgang montiert werden können. "Das hat aber nur Sinn, wenn dadurch in der Produktionsbereitstellung nicht ein Aufwand anfällt, der die leichte Handhabung am Band überkompensiert", erklärt König. Er rät, Logistik und Herstellungsprozess bereits in die Produktplanung einzubeziehen.