Die "Süddeutsche Zeitung" meldet, das Unternehmen habe am Freitag seine Mietzahlungen eingestellt. Dies habe Vorstandschef Karl-Gerhard Eick beim Krisentreffen im Wirtschaftsministerium mit Vertretern von Gläubigerbanken, Aktionären und Immobilieneigentümern eingeräumt. Seit dem Verkauf seiner Warenhäuser vor zwei Jahren ist Arcandor nur noch Mieter. Haupteigentümer ist seit zwei Jahren die Immobiliengesellschaft Highstreet.
Bei dem Treffen war über die Möglichkeit staatlicher Unterstützung für das Unternehmen mit 50.000 Mitarbeitern gesprochen worden. Arcandor bemüht sich um Bürgschafts- und Kredithilfen aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland. Arcandor braucht Geld, um zum 12. Juni auslaufende Kredite verlängern zu können. Die Karstadt-Mutter beantragte nun auch einen Rettungsbeihilfekredit über 437 Mio. Euro.
Der Hamburger Versandhandelskonzern Otto signalisiert derweil Interesse an Konzernteilen des Handelsunternehmens. Sollte es eine privatwirtschaftliche Lösung bei Arcandor geben, so wäre die Otto Group sicher Teil dieser Lösung, sagte ein Konzernsprecher der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".
Otto sei insbesondere an den Sportfilialen der Karstadt-Gruppe interessiert, hieß es aus Konzernkreisen. Sollte es zu einer Herauslösung der Sporthäuser kommen, wäre dies eine gute Ergänzung zu den Sport-Scheck-Filialen.
Zudem zeige der Handels- und Touristikkonzern REWE (Rewe, Alltours, Dertours) Interesse an Arcandors Reisetochter Thomas Cook. Insbesondere das britische Geschäft von Thomas Cook sei attraktiv, schreibt die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.