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21.06.2011, 04:00
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Problemtochter DB Schenker:
Deutsche Bahn vor Rückzug aus US-Frachtgeschäft
Exklusiv
Jahrelang machte die Bahn Verluste mit ihren Logistiknetzen in Amerika. Nun zieht der Konzern die Reißleine - und ändert seine aggressive Expansionsstrategie.
von Leo Klimm
Dem Logistikgeschäft der Deutschen Bahn (DB) innerhalb der USA droht die Schließung. Der Konzernvorstand prüft nach FTD-Informationen zwar auch die Restrukturierung der dortigen Aktivitäten von DB Schenker Logistics. Der Rückzug aus dem defizitären Geschäft mit Lkw-Transporten und Luftfracht im wichtigen US-Markt gilt nach übereinstimmenden Aussagen hochrangiger Bahn-Manager aber als die wahrscheinlichere Lösung. "Wir machen das wohl dicht", hieß es. Mitte Juli soll die Schenker-Führung einen Bericht zur Lage in den USA abliefern. Der Bahn-Vorstand will dann bis zum Jahresende entscheiden - "womöglich aber schon im August", so ein Insider.
Schenker Logistics kämpft im Heimatmarkt der 2006 übernommenen Frachtspedition Bax seit Jahren mit meist negativen Ergebnissen. Da die gesamte Logistiksparte der Bahn 2010 bei einem Umsatz von 14,3 Mrd. Euro nur eine Gewinnmarge von 2,1 Prozent erzielte, ist der Druck auf den verantwortlichen Vorstand Karl-Friedrich Rausch hoch, sich von Geschäftsteilen ohne klare Besserungsperspektive zu trennen.
Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik der DB Mobility Logistics AG
Dazu zählt das nationale US-Geschäft, das bei Umsätzen von rund 350 Mio. Euro zuletzt einen Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe eingefahren haben soll - und nur in den Jahren 2007 und 2008 profitabel war. Steuern Rausch und Bahn-Chef
Rüdiger Grube nicht gegen, droht sich der Rückstand von Schenker etwa auf den Rivalen
Kühne + Nagel zu vergrößern, der 2010 dank strikter Ausrichtung auf Rentabilität 4,7 Prozent Marge erreichte.
Die wahrscheinliche Aufgabe der US-Transportnetze markiert für die Bahn-Logistik auch eine Kehrtwende. Nachdem Ex-Konzernchef Hartmut Mehdorn bis 2009 mit vielen Zukäufen einen aggressiven Expansionskurs verfolgte, kommt nun absehbar der Teilrückzug aus einem der wichtigsten Märkte der Welt. Bisher hat Schenker Geschäfte nur in kleineren Märkten wie Libyen aufgegeben.
Bahn-interne Gegner einer Schließung in den USA argumentieren denn auch, ein eigenes Netzwerk in der größten Volkswirtschaft der Welt habe ungeachtet der Verluste strategische Bedeutung: Kunden ließen sich leichter gewinnen, wenn Schenker die gesamte Transportkette bis an eine Lieferstelle in den USA anbiete. Allerdings spielt die US-Tochter von Schenker, die einschließlich der grenzüberschreitenden Geschäfte gut 1,5 Mrd. Euro erlöst, in keinem Feld der Logistik eine führende Rolle.
Teil 2: "Die Situation ist hochkritisch"
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FTD.de, 21.06.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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