Damit reagiert Verdi auf die Verzögerung der Verhandlungen für einen Sozialtarifvertrag. Die Gewerkschaft will für die 218 Kabinenbeschäftigten Regelungen zu Aufhebungsverträgen, Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen durchsetzen.
Ein Sprecher der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft sagte, Air Berlin sei auf den Streik vorbereitet. Durch Ersatzmaschinen, die nicht mit dba-Personal fliegen, könnten die Auswirkungen des Ausstands aufgefangen werden. Kein einziger Flug sollte ausfallen. Der Sprecher sagte, die Streikankündigung Verdis sei völlig unverständlich, da die Gespräche zur Übernahme der dba-Angestellten bei Air Berlin nicht unterbrochen seien. Die Verhandlungen sollen am heutigen Freitag fortgesetzt werden.
Air Berlin hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass die letzte Maschine der auf Geschäftsreisende spezialisierten dba voraussichtlich am 30. November abheben wird. Den betroffenen Piloten und Flugbegleitern wolle Air Berlin "adäquate Arbeitsplätze" an ihren bisherigen Dienstorten anbieten. Sie müssten dann jedoch die Konditionen der Air-Berlin-Kollegen akzeptieren und unter anderem mehr Flugstunden absolvieren. Zudem würden die bisherige Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge revidiert. Daneben arbeitet das Unternehmen mit den Gewerkschaften aber einen Sozialplan aus für jene Beschäftigten, die dies nicht möchten.
Zuvor hatte Air Berlin bereits die Auflösung der eigenständigen dba-Verwaltung und des Technikbetriebs beschlossen. Während die Technikmitarbeiter von einer Techniktochter von Air Berlin übernommen wurden, wurde für die 52 noch in der Verwaltung tätigen Beschäftigten ebenfalls ein Sozialplan erstellt. Die Marke dba hatte Air Berlin schon im vergangenen Jahr getilgt.
Die Gewerkschaften Verdi und auch die Pilotenorganisation VC hatten daraufhin Alarm geschlagen. "Die Pläne laufen darauf hinaus, auch langjährige DBA-Mitarbeiter bei Air Berlin zu Konditionen von Berufsanfängern neu einzustellen", sagte ein Verdi-Sprecher. Flugbegleiter müssten auf bis zu 900 Euro Gehalt verzichten. Die VC hatte bereits angekündigt, dass ein Arbeitskampf nicht auszuschließen sei.
Nach Angaben von Air Berlin ist die Stilllegung der neun verbliebenen DBA-Flugzeuge nicht mit einer Verringerung des Angebots verbunden. Die Maschinen würden ersetzt. Air Berlin hatte im Frühjahr wegen sinkender Gewinne angekündigt, die Flotte auf 120 Maschinen zu reduzieren.