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Merken   Drucken   03.05.2012, 12:10 Schriftgröße: AAA

Quartalszahlen im Überblick: Stellenabbau wird zum Thema im DAX

Die Zahlenflut birgt so manche Enttäuschung. Die Lufthansa macht Verlust und streicht Tausende Arbeitsplätze, auch der Metro-Chef denkt laut über Stellenabbau nach. Sogar die Porsche-Zahlen haben einen Schönheitsfehler. Die Bilanzen des Tages im Überblick.

Die Lufthansa ist zum Jahresauftakt wegen der hohen Treibstoffpreise tief in die roten Zahlen gerutscht. Jetzt wird das wahr, was gerüchteweise schon vor einigen Tagen am Markt zu hören war: Das Management plant einen massiven Stellenabbau. Infineon dagegen schlägt sich deutlich besser als erwartet - genauso wie Beiersdorf.

Attraktiver asiatischer Markt: Ein Porsche bahnt sich seinen Weg ...   Attraktiver asiatischer Markt: Ein Porsche bahnt sich seinen Weg durch eine kleine Straße in Peking

Getrieben vom Ansturm auf Luxusautos in China, den USA und auf dem Heimatmarkt Deutschland hat der Sportwagenbauer Porsche  einen glänzendes Startquartal hingelegt. Sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn erreichten zwischen Januar und Ende März Rekorde, geht aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hervor.

Schönheitsfehler in der Quartalsbilanz ist jedoch die spürbar gesunkene Umsatzrendite - also das Verhältnis zwischen Erlösen und dem Gewinn vor Zinsen und Steuern. Vor einem Jahr blieben Porsche von jedem umgesetzten Euro knapp 22 Cent operativer Gewinn. Nun sind es nur noch gut 17 Cent. Der Wert liegt aber immer noch klar über dem Ziel der Zuffenhausener, 15 Prozent Umsatzrendite zu erwirtschaften.

Hohe Anlaufkosten und Investitionen

Hintergrund für das geschmälerte Verhältnis sind aber nicht eine im Kern sinkende Wirtschaftlichkeit, sondern hohe Investitionskosten, die den künftigen Erfolg garantieren sollen. So steckte Porsche im ersten Vierteljahr Millionen in den Ausbau des Werkes in Leipzig und der Forschungszentrale in Weissach nahe Stuttgart. Auch neue Modelle wie der kleine Geländewagen Macan haben Anlaufkosten.

Im ersten Quartal 2012 setzte Porsche weltweit 30.231 Fahrzeuge ab - das war ein Plus von 29 Prozent. Der Umsatz legte um 32,4 Prozent zu und erreichte 3,025 Mrd. Euro. Vor Zinsen und Steuern blieben 528 Mio. Euro, was ein Zuwachs von 18,4 Prozent ist. Den Überschuss teilt das Unternehmen, das gerade in den VW-Konzern  eingegliedert wird, stets nur auf Jahressicht mit. 725 neue Jobs im ersten Quartal sind ein Plus von 4,7 Prozent. Die Porsche-Gruppe samt Töchtern zählte damit Ende März weltweit 16.032 Mitarbeiter.

Eine Lufthansa-Maschine landet in Frankfurt. Spekulationen über ...   Eine Lufthansa-Maschine landet in Frankfurt. Spekulationen über einen Stellenabbau gibt es seit Tagen

Die Lufthansa  will mit einem einschneidenden Stellenabbau die Kosten senken. In den kommenden Jahren werden in der Verwaltung voraussichtlich 3500 Vollzeitstellen weltweit wegfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Doppelfunktionen sollten zusammengelegt und Arbeiten, die keinen Mehrwert für den Kunden schaffen, gestrichen werden. Ziel sei es, bei dem Stellenabbau vorrangig sozialverträglich vorzugehen. Die Streichungen seien nötig, um die Zukunft der Fluggesellschaft zu sichern. "Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren und auch einen Stellenabbau in Kauf nehmen, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen", sagte Konzernchef Christoph Franz. Der Konzern zählt 120.000 Mitarbeiter.

Überraschend kommt die Ankündigung nicht. Die "Bild"-Zeitung machte die Pläne bereits vor einer Woche öffentlich. Die Lufthansa wollte das seinerzeit nicht kommentieren.

Einsparungen bei den Personalkosten seien ein Grundpfeiler des neuen Riesen-Sparplans der Airline, teilte Deutschlands größte Fluglinie jetzt mit: Allein ein Drittel des Gesamtvolumens von 1,5 Mrd. Euro solle dadurch zusammenkommen. Die Lufthansa kündigte das Programm Anfang des Jahres an, um im Wettbewerb mit Billigfliegern wie Ryanair  und rapide wachsenden Rivalen wie Emirates bestehen zu können. Zudem versucht das Traditionsunternehmen damit, die rapide steigenden Ausgaben für Flugzeugsprit wettzumachen.

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Die hohe Tankrechnung vermasselte der Lufthansa den Jahresauftakt. Operativ verbuchte die Fluggesellschaft in den ersten drei Monaten 2012 einen Verlust von 381 Mio. Euro. Vor einem Jahr war das Minus mit 169 Mio. Euro deutlich geringer ausgefallen. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 6,6 Mrd. Euro.

Die Kosten für das Sparpaket könnten der Lufthansa auch die Jahresprognose verderben. Zwar strebt das Unternehmen im Gesamtjahr weiterhin einen operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich an. Allerdings hieß es: "Etwaige Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem Konzernprogramm "Score" sind in dieser Ergebnisprognose nicht enthalten und können sich belastend auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres auswirken." Das DAX-Papier stieg zuletzt leicht.

MAN Lkw-Produktion: Die Branche gilt als konjunktureller ...   MAN Lkw-Produktion: Die Branche gilt als konjunktureller Frühindikator

Der Lastwagenbauer MAN  bekommt die schwächeren Märkte vor allem in Westeuropa zu spüren und hat einen holprigen Start ins Jahr erwischt. "Ein erschwerender Faktor war dabei der verstärkte Wettbewerb in stagnierenden Märkten", teilte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen am Donnerstag in München mit. "Der von vielen befürchtete Nachfrageeinbruch bei Nutzfahrzeugen ist jedoch ausgeblieben."

Der Aufschwung in Deutschland ...

 

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Allerdings belastete wohl auch der Preiskampf auf dem Lastwagenmarkt die Bilanz: Der operative Gewinn schrumpfte in den ersten drei Monaten um gut 20 Prozent auf 253 Mio. Euro.

Unter dem Strich sieht es noch deutlich trister aus: Hier bleiben der neuen Volkswagen -Tochter zwischen Januar und März nur noch 129 Mio. Euro. Vor einem Jahr waren es noch 565 Mio. Euro gewesen, die allerdings auch durch einen Sondereffekt aus der Bewertung der Anteile an der schwedischen VW-Tochter Scania  getrieben waren. Der Umsatz kletterte leicht um drei Prozent auf 3,84 Mrd. Euro. Für dieses Jahr bleibt Pachta-Reyhofen dann auch nur wenig euphorisch. Das Maschinenbau-Geschäft blieb im ersten Viertel nahezu stabil.

"Während MAN langfristig mit einem soliden Wachstum auf den weltweiten Transport- und Energiemärkten rechnet, gehen wir für das Jahr 2012 jedoch nach wie vor von einer weltweiten Abschwächung des Wirtschaftswachstums aus", sagte Pachta-Reyhofen.

Den Rückgang des operativen Gewinns hatte der Manager schon auf der Hauptversammlung bekannt gegeben. Auch Scania hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Beide Rivalen sollen unter dem gemeinsamen VW-Dach künftig enger zusammenarbeiten und so vor allem Geld sparen.

"Die sich nun bietenden Chancen gemeinsam mit Volkswagen und Scania geben MAN zusätzlichen neuen Rückenwind", sagte Pachta-Reyhofen. Branchenkennern zufolge sinken die Preise für Lastwagen angesichts der schwächelnden Nachfrage in Westeuropa, so dass pro Fahrzeug weniger Geld in der Kasse bleibt. "MAN wird dem mit Maßnahmen zur Profitabilitäts- und Effizienzsteigerung begegnen", kündigte Pachta-Reyhofen an.

Die Branche gilt als Barometer für die Wirtschaftsentwicklung, denn wenn die Konjunktur schwächelt, werden weniger Güter transportiert. Die Lkw-Hersteller spüren dies meist recht früh.

Langfristig ist MAN aber weiter zuversichtlich, kräftig zulegen zu können. Bis 2020 wollen die Münchner an die Spitze fahren und Daimler überholen. Hoffnungen setzt der Konzern dabei vor allem auf die boomenden Märkte in den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Die MAN-Aktie gewann zuletzt leicht hinzu.

Media Markt ist Teil von Metro. Der Düsseldorfer Handelskonzern ...   Media Markt ist Teil von Metro. Der Düsseldorfer Handelskonzern macht mehr Verlust als befürchtet

Der Handelskonzern Metro  ist unter seinem neuen Chef Olaf Koch mit einem deutlichen Verlust ins Geschäftsjahr 2012 gestartet. Metro habe im ersten Quartal bei einem um 2,2 Prozent auf 15,6 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz einen operativen Verlust von 9 Mio. Euro eingefahren, teilte der Konzern am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Vor Jahresfrist stand noch ein operativer Gewinn von 142 Mio. Euro in den Büchern. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Verlust von 82 Mio. Euro - vor Jahresfrist war noch ein Minus von 3 Mio. Euro angefallen.

Metro erreichte damit beim Umsatz die Erwartungen des Marktes, der Verlust fiel aber deutlich höher als prognostiziert aus. Analysten hatten bei einem Umsatz von 15,6 Mrd. Euro mit einem Ebit von 49,5 Mio. Euro und einem Verlust nach Anteilen Dritter von 51,3 Mio. Euro gerechnet.

Arbeitsplätze werden gestrichen

Am Hauptsitz in Düsseldorf will das Unternehmen Stellen abbauen. Auch Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, sagte Koch in einer Telefonkonferenz. "Am Standort Düsseldorf müssen wir definitiv Personalabbau vollziehen. Wir werden soweit wie möglich die Fluktuation nutzen", sagte der Metro-Chef. Ein "aktiver" Personalabbau sei aber "sehr wahrscheinlich". In den nächsten drei bis sechs Monaten werde die Metro die neue Struktur verkünden können. Dann könnten auch konkrete Zahlen genannt werden. Metro-Aktien gehörten bis zum Mittag zu den Gewinnern in einem fast durchweg positiven DAX.

Koch hatte zum Jahreswechsel die Führung bei Metro übernommen, sein Vorgänger Eckhard Cordes hatte dem Konzern nach einem langen Machtkampf und Streitigkeiten unter den Anteilseignern den Rücken gekehrt.

Die aktuell schlechten Zahlen erklärte Koch vor allem mit dem Preiskampf in der Unterhaltungselektronik. Umfangreiche Preissenkungen - vor allem bei Media-Saturn - hätten das Ergebnis belastet, sagte Koch.

Der neue Metro-Chef hatte angekündigt, nach dem rigiden Sparkurs seines Vorgängers vor allem den Umsatz des Konzerns wieder ankurbeln zu wollen. Dabei drückte Koch auch die Preise - dies ließ die Erträge sinken. Für 2012 rechnet Koch weiter mit einem Umsatzanstieg, den operativen Gewinn vor Sonderfaktoren erwartet er auf der Vorjahreshöhe von 2,37 Mrd. Euro.

Die Investitionsmittel für 2012 kürzte Koch: Das Budget strich er von 2 auf 1,8 Mrd. Euro zusammen. Auf den noch von seinem Vorgänger Cordes geplanten Markteintritt der Cash&Carry-Märkte in Indonesien verzichtet der Konzern.

Wafer-Produktion bei Infineon. Mit so guten Zahlen hatten Anleger ...   Wafer-Produktion bei Infineon. Mit so guten Zahlen hatten Anleger nicht gerechnet

Der boomende Absatz von Nobelautos hat dem Chip-Lieferanten Infineon  im abgelaufenen Quartal überraschende Zuwächse beschert. Der Umsatz kletterte verglichen zum Vorquartal um vier Prozent auf 986 Mio. Euro und der Gewinn legte um 16 Prozent auf 111 Mio. Euro zu, teilte das Unternehmen aus Neubiberg am Donnerstag mit. Damit übertraf Infineon die Analystenprognosen deutlich. Der Aktie nützte das jedoch nichts. Infineon-Papiere gaben zuletzt rund 1,7 Prozent ab, nachdem sie im vorbörslichen Handel noch zugelegt hatten.

Infineon-Chef Peter Bauer hebt die Jahresprognose leicht an   Infineon-Chef Peter Bauer hebt die Jahresprognose leicht an

Das Unternehmen hob auch seine Prognose für das bis zum 30. September laufende Geschäftsjahr leicht an und erwartet einen Umsatzrückgang von nur noch etwa zwei Prozent. Vorher hatte der Vorstand die Einbußen auf fünf Prozent geschätzt. Die operative Marge werde mit um die 15 Prozent im Zielkorridor bleiben.

"Die Geschäfte im zweiten Quartal liefen besser als erwartet", sagte Vorstandschef Peter Bauer. Im vergangenen Vierteljahr lief vor allem das Geschäft mit Halbleitern für Autos sowie für Bezahlkarten und elektronische Ausweise besonders gut. Infineon liefert zahlreiche Chips für Autoelektronik und zählt vor allem Nobelhersteller wie BMW und Audi zu seinen Kunden, die derzeit Rekordgeschäfte machen. Trüber zeigte sich indes das Geschäft mit Halbleitern für Fabrikausrüstungen. Die konjunkturanfällige Sparte musste als einziges Konzernsegment einen Umsatz- und Gewinnknick hinnehmen.

BMW Produktion in Regensburg. Noch nicht einmal die Euro-Krise ...   BMW Produktion in Regensburg. Noch nicht einmal die Euro-Krise kratzt die Bayern

BMW  bleibt auf Rekordkurs und hält die Verfolger von Audi und Daimler  auf Distanz. Die Münchner haben das beste Auftaktquartal in der Firmengeschichte hinter sich und nehmen so die erste Hürde auf dem Weg zu einem weiteren Bestjahr. BMW-Aktien legten zuletzt mehr als drei Prozent zu.

"Wir streben 2012 weiterhin neue Bestmarken bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern an", teilte Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag mit und bestätigte damit seine bisherige Prognose. Wie die Konkurrenten in der Oberklasse profitieren die Bayern vor allem von der großen Nachfrage in Übersee, vor allem in China und den USA.

Unter dem Strich verdiente BMW zwischen Januar und März fast 1,35 Mrd. Euro, gut 18 Prozent mehr als vor einem Jahr - und übertraf damit auch die Erwartungen vieler Fachleute, die wegen der Kosten für neue Modelle wie den 3er oder den Ausbau der Produktion mit schlechteren Zahlen gerechnet hatten. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um fast 19 Prozent 2,1 Mrd. Euro.

Der Umsatz kletterte im ersten Vierteljahr um 14,1 Prozent auf knapp 18,3 Mrd. Euro. Das teilte der DAX -Konzern am Donnerstag mit. "Mit neuen Höchstwerten bei Absatz, Umsatz und Ergebnis haben wir das beste erste Quartal in der Unternehmensgeschichte eingefahren", sagte Reithofer.

BMW hatte für das erste Quartal schon einen Absatzrekord gemeldet: Weltweit verkauften die Bayern 425.528 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, ein Plus von 11,2 Prozent. Vor allem der neue 1er und der neue 3er legten deutlich zu – beides sind besonders wichtige Modelle für BMW.

Wie Audi oder Daimler spüren die Münchner kaum etwas von einer Autokrise, auch wenn wie bei fast allen Herstellern die Geschäfte vor allem in Westeuropa nicht ganz so gut laufen. BMW verzeichnete im ersten Quartal auf dem Heimatkontinent nur ein kleines Plus von 0,5 Prozent.

Auch bei der Profitabilität verwies BMW Audi und Daimler erneut auf die Plätze: Die Ebit-Marge, die das Verhältnis von Umsatz zum operativen Ergebnis ausdrückt, lag im Startquartal bei 11,6 Prozent. Audi hatte am Mittwoch ebenfalls Bestwerte gemeldet, operativ verdiente die VW-Tochter 1,4 Mrd. Euro und schaffte damit eine Ebit-Marge von 11,4 Prozent.

Daimler hatte zwar im Auftaktquartal ebenfalls einen Absatzrekord verbucht, der Umsatz der Sparte Mercedes-Benz Cars wuchs um acht Prozent auf 14,9 Mrd. Euro, der Gewinn vor Zinsen uns Steuern (Ebit) ging aber leicht auf 1,252 Mrd. Euro zurück. Die Umsatzrendite sank bei Daimler deswegen im ersten Quartal von 9,3 auf 8,4 Prozent.

Auch Florena ist Teil des Markenportfolios von Beiersdorf - und ...   Auch Florena ist Teil des Markenportfolios von Beiersdorf - und bleibt es auch. Das Unternehmen dünnt sein Sortiment aus

Beim Nivea-Konzern Beiersdorf  beginnt sich der Umbau im Kosmetikgeschäft auszuzahlen. In den ersten drei Monaten stieg der Umsatz um neun Prozent auf 1,53 Mrd. Euro. Das teilte der Hamburger DAX-Konzern am Donnerstag mit. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis legte von 167 auf 198 Mio. Euro zu. Unter dem Strich kam Beiersdorf beim Ergebnis nach Steuern auf 125 Mio. Euro und landete damit auf Vorjahresniveau.

Aktie legt deutlich zu

Anleger freute das: Das Papier des Hamburger Unternehmens kletterte am Morgen zeitweise mehr als drei Prozent in die Höhe, gab einen Teil der Gewinne im Laufe des Vormittags aber ab.

Beiersdorf befindet sich in einem schmerzhaften Umbau. Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte der Konzern vor zwei Jahren damit begonnen, sein Sortiment zu bereinigen.

Auch betriebsintern wird der Rotstift angesetzt. Geplant ist, bis zur Jahresmitte weltweit bis zu 1000 Stellen abzubauen. Beiersdorf will im Gesamtjahr weiterhin den Umsatz steigern. Auch das Ergebnis soll zulegen.

Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider: Sein Unternehmen kauft den ...   Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider: Sein Unternehmen kauft den Klinikbetrieber Rhön

Der Medizinkonzern Fresenius  bleibt nach einem Gewinnanstieg im ersten Quartal bei seiner optimistischen Prognose. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt um zwölf bis 15 Prozent steigen. Der Umsatz soll um zehn bis 13 Prozent zulegen, wobei Fresenius das obere Ende dieser Spanne anpeilt.

Weitere Details zu der in der vergangenen Woche angekündigten Übernahme des MDAX- Klinikbetriebers Rhön für rund 3,1 Mrd. Euro teilte Fresenius am Donnerstag bei Vorlage endgültiger Zahlen nicht mit. Die detaillierten Angebotsunterlagen will Fresenius in der zweiten Maihälfte veröffentlichen.

Fresenius will den Konkurrenten Rhön-Klinikum übernehmen und den mit Abstand größten privaten Krankenhauskonzern Deutschlands mit einem Umsatz von rund 6 Mrd. Euro und rund 80.000 Mitarbeitern bilden. Nach endgültigen Zahlen steigerte Fresenius den Umsatz auf Konzernebene um 13 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 18 Prozent auf 200 Mio. Euro.

Bauen mit Heidelberg Cement wir teurer: Das Unternehmen erhöht die ...   Bauen mit Heidelberg Cement wir teurer: Das Unternehmen erhöht die Prese

Preisschübe bei Energie und Reparaturen sowie höhere Frachtenkosten haben dem Baustoffkonzern Heidelberg Cement  zu Jahresbeginn zugesetzt. In den wegen der winterlichen Witterung auf der Nordhalbkugel traditionell schwachen Monaten Januar bis März vergrößerte sich der Fehlbetrag nach Minderheiten-Anteilen auf 204 Mio. Euro nach 161 Mio. Euro vor Jahresfrist. Das teilte Heidelcement am Donnerstag mit. Die im DAx notierte Aktie verlor zuletzt knapp vier Prozent.

Der operative Gewinn des Unternehmens schrumpfte im ersten Quartal um drei Viertel auf 14 Mio. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang des Betriebsgewinns auf 52,9 Mio. Euro gerechnet.

Die operative Marge erreichte zu Jahresbeginn noch magere 0,5 Prozent nach 2,3 Prozent vor Jahresfrist, da die Einkaufskosten für die energie- und kapitalintensive Zementproduktion schneller als die Erlöse kletterten.

Die unerwartet kräftigen Kostensteigerungen will Deutschlands Branchenführer nun auf breiter Front mit Preiserhöhungen kontern. Im vergangenen Jahr waren diese jedoch größtenteils verpufft.

Der Umsatz legte im Auftaktquartal um acht Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zu, da HeidelbergCement - wie Konkurrent Cemex  - von einem milden Winter und der Konjunkturbelebung in Nordamerika profitierte. Damit glich der Konzern die schwächere Nachfrage in Europa aus, für die HeidelbergCement das kalte Winterwetter und die schwächelnde Konjunktur verantwortlich machte.

Auch in den Schwellenländern Asiens und in Afrika wurde mehr Zement verkauft, da die Bautätigkeit dort rege blieb. "Wir werden unsere erfolgreiche Strategie des gezielten Ausbaus unserer Zementkapazitäten in den Schwellenländern fortsetzen", kündigte Vorstandschef Bernd Scheifele an.

Gleichzeitig will er jedoch auch den Schuldenberg von netto 8,4 Md. Euro abbauen, um die Bonitätsnote zu verbessern und sich günstiger refinanzieren zu können. Im ersten Quartal sanken die Verbindlichkeiten um 248 Mio. Euro.

Für 2012 sieht sich Vorstandschef Scheifele trotz erwarteter Einbußen im europäischen Zementgeschäft im Plan und bekräftigte seinen Sparkurs.

Binnen drei Jahren sollen die Ausgaben um 850 Mio. Euro sinken. Bei den Energiekosten und den Personalausgaben sei zwar ein weiterer Anstieg im laufenden Jahr zu erwarten, die Preisschübe schwächten sich aber ab.

Mit Hilfe von Kostensenkungen und gezielten Preiserhöhungen soll die Preisspirale bei Einkauf und Personalaufwand wettgemacht werden. Umsatz und operatives Ergebnis dürften im laufenden Jahr voraussichtlich zulegen, stellte der Vorstand in Aussicht. "Die Nachfrageentwicklung im ersten Quartal hat uns in unserem Ausblick für das Geschäftsjahr 2012 bestätigt", sagte Scheifele vor der für Donnerstag anberaumten Hauptversammlung.

  • FTD.de, 03.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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