Easyjet schafft, was
Air Berlin bislang wenig erfolgreich versucht: Die Briten werben erfolgreich parallel um Touristen und um Geschäftsreisende. Das gelingt ihnen, weil sie - anders als Ryanair - zentral gelegene Flughäfen ansteuern, wie London-Gatwick, Paris Charles de Gaulle oder auch München. Damit sind sie auch für die Manager und Berater attraktiv, die im Schnitt bereit sind, gut 20 Prozent mehr für ein Flugticket zu bezahlen.
Solche Passagiere sind auch deswegen interessant für Airlines, weil sie in der Regel mit wenig Gepäck fliegen, das dann nicht teuer befördert werden muss. Diese Strategie lässt sich Easyjet einiges kosten: Zentrale Flughäfen verlangen nicht nur höhere Gebühren. Easyjet musste zudem an der eigenen Zuverlässigkeit arbeiten: Weil das Management Fehler in der Personalplanung machte, waren zeitweise nur 61 Prozent der Flüge pünktlich - für Geschäftsreisende ein untragbarer Zustand. 19 Mio. Pfund investierte Easyjet-Chefin McCall und erntet jetzt Erfolge: Die Pünktlichkeit ist jetzt vergleichbar mit der von Lufthansa oder Air France.
Bei den jetzt steigenden Erlösen zahlt sich aus, dass Easyjet die Kosten im Griff hat: Die Briten betreiben unter anderem eine einheitliche Flotte. Vor 15 Jahren starteten sie mit Boeing 737, heute stellen sie sukzessive ausschließlich auf Airbus A320 um. Das spart Geld in der Wartung, auch müssen die Piloten dann nicht aufwändig auf diverse Flugzeugtypen trainiert werden.