Der Münchener Altenheim-Betreiber Curanum hat seinen Vorstandsvorsitzenden Bernd Rothe vor die Tür gesetzt. Die Aktie des Unternehmens verliert deutlich.
Der Aufsichtsrat von Curanum hat den Vorstandsvorsitzenden Bernd Rothe mit sofortiger Wirkung von seinem Posten abberufen und von allen Aufgaben innerhalb des Unternehmens freigestellt. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Kontrollgremium habe kein Vertrauen mehr in den Manager gehabt, sagte eine Sprecherin.
Curanum war im zweiten Quartal in roten Zahlen gerutscht, auch weil das Unternehmen nach einer Betriebsprüfung des Elisa Seniorenstifts Steuern und Zinsen nachbezahlen musste. Das Management senkte daraufhin seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr.
Rothe war seit Mitte Mai 2009 Vorstandsvorsitzender bei Curanum. Zuvor hatte er das Finanzressort geleitet. Bis ein Nachfolger gefunden ist, sollen Rothes Aufgaben von Finanzchefin Judith Barth und der im Vorstand für das operative Geschäft zuständigen Sabine Weirich übernommen werden.
An der Börse kam die Nachricht nicht gut an: Die Curanum-Aktie brach zeitweise mehr als sechs Prozent auf 2,15 Euro ein. Das Papier war bis März dieses Jahres im Kleinwerteindex SDAX notiert.
Curanum betreibt bundesweit 70 Einrichtungen und Pflegezentren mit rund 7800 Pflegeplätzen und 1680 Appartements. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit gut 6000 Beschäftigten einen Umsatz von 260 Mio. Euro und einen Gewinn von knapp 6 Mio. Euro erwirtschaftet. Im zurückliegenden zweiten Quartal stand unter dem Strich jedoch ein Verlust von 800.000 Euro in den Büchern.
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