Das erfuhr die FTD aus unternehmensnahen Kreisen. Dies hätten beide Unternehmen übereinstimmend beschlossen. "Wir bestätigen, dass wir mit EDS Itellium in fortgeschrittenen Gesprächen über den Vertrag stehen, möchten allerdings keine Details kommentieren", sagte ein Arcandor-Sprecher am Donnerstag. Eine EDS-Sprecherin sagte, man führe Gespräche über die Geschäftsbeziehung. Das sei "nichts Ungewöhnliches".
Das Ende des Abkommens mit Arcandor ist ein herber Rückschlag für EDS. Das US-Unternehmen gehört mit rund 4200 Mitarbeitern in Deutschland zu den größten IT-Dienstleistern hierzulande. EDS wird zurzeit in den US-Technologiekonzern
Hewlett-Packard (HP) integriert. HP hatte EDS 2008 für rund 13,9 Mrd. $ übernommen. Im Zuge des Zusammenschlusses sollen bei
EDS in Deutschland rund 1150 Stellen wegfallen und Standorte geschlossen werden.
Die Übernahme von 74,9 Prozent der
Arcandor -Tochter Itellium war das größte Geschäft für EDS in Deutschland. Bei der Ankündigung im Frühjahr 2007 bezifferte das Unternehmen den Wert des Geschäfts auf rund 1 Mrd. $ über eine Laufzeit von acht Jahren. Arcandor, damals KarstadtQuelle, versprach sich durch die Ausgliederung in dem Zeitraum Einsparungen von rund 650 Mio. Euro. Rund 700 Mitarbeiter wechselten zu EDS Itellium.
Aus Unternehmenskreisen verlautet, dass sich die Erwartungen des Verluste schreibenden Arcandor-Konzerns nicht erfüllt hätten. Man habe die Preise nicht so stark drücken können wie gewünscht. Arcandor habe bereits im vergangenen Jahr den Dienstleistungsvertrag mit EDS gekündigt, sagte ein Insider. Nach Gesprächen habe man aber von der Kündigung abgesehen und sich außergerichtlich auf eine Rückabwicklung geeinigt. Für Experten ein logischer Schritt: "Die Kündigung eines Dienstleistungsvertrags ist in der Regel mit größeren Problemen verbunden", sagte der Anwalt und Outsourcing-Experte Joachim Gores aus der Kanzlei Kümmerlein, Simon & Partner.