Die größte Gefahr für die europäischen Schiffbauer sieht Foschi in China: "Die Chinesen werden nicht über Nacht in den Markt einsteigen, aber ich mache mir Sorgen." Der chinesische Staat entdecke gerade den Tourismus. "Ich halte es für wahrscheinlich, dass der Staat demnächst eine Kreuzfahrtreederei gründet. Ihre Schiffe würden auch auf einer staatlichen chinesischen Werft gebaut." Pekings Konkurrenz für seine Reederei, die zwei Schiffe in China betreibt, bereite ihm keine Sorge, schließlich gebe es "Millionen und Abermillionen mögliche Kunden".
In nächster Zukunft wachse aber das Geschäft in Europa am stärksten. Rund drei Prozent aller US-Amerikaner buchten regelmäßig Kreuzfahrten, aber nur 1,5 Prozent der Europäer. "Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht die gleiche Rate erreichen." Besonders großes Wachstum erwartet Foschi in Deutschland: Für die nächsten drei Jahre jeweils rund zehn Prozent. "Wir brauchen mehr Schiffe."
In ihrem wichtigsten Markt, den Vereinigten Staaten, haben sich die Kreuzfahrtreeder zuletzt eine Rabattschlacht geliefert, um die Touristen trotz der Wirtschaftskrise auf die Schiffe zu locken. Entsprechend fiel der Carnival-Umsatz 2009 von 14,6 auf 13,2 Mrd. Dollar, der Gewinn von 2,3 auf 1,8 Mrd. Dollar. "Die Preise sind zwar wieder etwas besser, aber weltweit noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau", sagte Foschi. Allerdings rechnet er mit einem baldigen Aufschwung: "Alle Zeichen kündigen an, dass nächstes Jahr die Preise steigen." Es handele sich aber nur um einen Anstieg im unteren einstelligen Prozentbereich. "Für die Gäste spielen zwei bis drei Prozent mehr gar keine Rolle, für uns schon."