Die Märkte der insolventen Drogeriekette Schlecker XL schließen Ende August. Die Mitarbeiter seien darüber informiert, dass die 358 Filialen der Schlecker-Tochter am 29. August letztmalig öffnen, teilte die Insolvenzverwaltung am Freitag mit. Seit Donnerstag läuft der Ausverkauf in den XL-Märkten sowie in 367 Filialen der ebenfalls insolventen Tochterfirma Ihr Platz. In den insgesamt 725 Märkten war der Abverkauf sehr gut gestartet. Einige Filialen könnten daher auch schon eher geschlossen werden.
Der Branchenprimus DM aus Karlsruhe kaufte bereits neun Ihr Platz-Filialen. Ein Sprecher bestätigte, das DM auch Interesse an Schlecker-XL-Märkten und der Schlecker Homeshopping GmbH habe. Auch die Verhandlungen mit dem Bekleidungs-Discounter NKD, der H.H.-Holding mit den Discount-Märkten KIK, Woolworth und Tedi verliefen "vielversprechend", teilte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Freitag in Ulm mit.
Die Schlecker-Gruppe, einst Deutschlands größte Drogeriemarkt-Kette, war zu Beginn des Jahres unter hohen Schulden zusammengebrochen. Mit dem Abverkauf des Warenbestands sammelt der Insolvenzverwalter Geld für die Insolvenzmasse ein, aus der Mitarbeitergehälter und Lieferantenzahlungen als Gläubiger bedient werden.
Große Teile der Osnabrücker Firma Ihr Platz wurden bereits an den Drogeriemarktriesen Rossmann und die österreichische MTH-Gruppe (Mäc-Geiz) verkauft. MTH kaufte laut Bundeskartellamt insgesamt 130 Filialen. Auch die Gries Deco Company (Wohnartikel-Anbieter Depot) hat sechs Ihr Platz-Filialen gekauft, berichtete das Wirtschaftsmagazins "Der Handel". Deutschlands Branchenzweiter nach DM, Rossmann, bekam unterdessen für die vereinbarte Übernahme von 104 Ihr Platz-Filialen grünes Licht vom Bundeskartellamt. Das teilte die Behörde auf ihrer Internetseite mit. Der Drogist aus dem niedersächsischen Burgwedel will auch alle rund 800 Mitarbeiter und den kompletten Warenbestand dieser Filialen übernehmen.
DPA, Reuters