Die Deutsche Bahn spürt trotz eines Umsatz- und Gewinnwachstums im ersten Halbjahr die schwächelnde Konjunktur. Der Güterverkehr habe deutlich an Dynamik verloren, teilte der Staatskonzern am Donnerstag in seinem Zwischenbericht in Berlin mit. Das Unternehmen kürzte daher seine Umsatzerwartung für das Gesamtjahr.
Auf der Schiene transportierte das Unternehmen weniger Güter als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis stieg konzernweit dennoch um 17 Prozent auf etwas mehr als 1,3 Mrd. Euro, was vor allem dem Personenverkehr in Deutschland zu verdanken war, wo es einen Passagierrekord gab. Die Zahl der Fahrgäste stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf mehr als eine Milliarde. Nicht berücksichtigt sind dabei die Ergebnisse der Bahn-Tochter Arriva.
"Wir sehen, dass wir mit interessanten Angeboten die Menschen zum Umstieg vom Auto auf den Zug bewegen können", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz.
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nun einen Umsatz von 39 statt bisher 40 Mrd. Euro an. Der Betriebsgewinn werde weiter auf 2,75 Mrd. Euro veranschlagt, meldete Reuters und berief sich auf interne Unterlagen.
Verbessern konnte die Bahn zuletzt die Pünktlichkeit ihrer Züge: Der durchschnittliche Wert lag 2011 bei 92,9 Prozent. Im Januar dieses Jahres waren 96,5 Prozent aller Züge pünktlich, der Tiefstwert lag im Februar bei 94,3 Prozent.