An Shell Stationen sollen Kunden künftig bundesweit wieder Tankwarte antreffen
Shell wolle ein entsprechendes Modellprojekt wegen des großen Kundenzuspruchs großflächig ausweiten, sagte der Shell-Europachef für das Tankstellengeschäft, Josef Waltl, in einem am Freitag veröffentlichten "Focus"-Interview. "Wir sind vom Zuspruch unserer Kunden so angetan, dass wir das Projekt großflächig ausweiten wollen." Bislang hatte Shell das Tankwart-Projekt lediglich an 20 Stationen in Großstädten getestet.
Die Tankwarte füllten Benzin und Diesel nach, prüften bei Bedarf aber auch Öl- und Wasserstände oder tauschten Glühbirnen und Scheibenwischerblätter aus. Anschließend wurden die Kunden befragt, ob sie bereit seien, 1 Euro für die Dienstleistung zu zahlen.
Der Tankwart lohne sich für Shell auch, weil er Zusatzgeschäft generiere, sagte Waltl. Zudem freuten sich etwa Frauen und ältere Autofahrer, "wenn der Tankwart Öl kontrolliert oder eine Birne auswechselt". Dafür würden die Kunden auch gerne 1 Euro bezahlen. Im hart umkämpften deutschen Tankstellenmarkt will Shell nach den Worten Waltls dem Anbieter Aral die Marktführerschaft abjagen: "Ich sehe gute Chancen, in den nächsten zwei Jahren die Position der Nummer eins zu übernehmen." Zudem kündigte er an, weitere unprofitable Stationen in Deutschland zu schließen. "Aber wir werden auch neue Tankstellen bauen, so dass unser Netz in drei bis fünf Jahren deutlich größer sein dürfte als heute", sagte Waltl.
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