Bei der Lufthansa konkretisieren sich die Folgen des Sparprogramms - mit einschneidenden Folgen für Belegschaft und Kooperationspartner. So hat der Konzern den seit 1996 laufenden Vertrag mit dem Regionalflieger Augsburg Airways zum Oktober 2013 gekündigt. Und Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer teilte über die Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat" mit, dass rund 700 Arbeitsplätze von Deutschland ins Ausland verlagert werden sollen. Auch betriebsbedingte Kündigungen wurden erneut nicht ausgeschlossen.
Europas größte Fluggesellschaft will mit diesen Maßnahmen ihre Handlungsfähigkeit unterstreichen. Lufthansa-Chef Christoph Franz und Finanzvorstand Simone Menne werden diesen Mittwoch in Frankfurt die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen, die entscheidend sind für das Gesamtjahr. Menne dämpfte am Freitag in der Mitarbeiterzeitschrift schon mal die Erwartungen. "Das Konzernergebnis wird in diesem Jahr nicht von den Fluggesellschaften gestützt", stellte sie fest. Die Lufthansa stünde zwar nicht am Abgrund, "aber wir zehren von der Substanz".
Im ersten Halbjahr 2012 rutschte das operative Konzernergebnis mit minus 20 Mio. Euro in die Verlustzone. Allein die lukrativen Sparten Technik und Wartung sowie das Catering verhinderten einen größeren Gewinneinbruch.
Die Kündigung sei am Freitag eingegangen und komme überraschend, sagte ein Sprecher der Regionalfluggesellschaft. "Wie es weitergeht, ist unklar", sagte er. Augsburg-Airways-Alleineigentümer Lutz Helmig sucht nach FTD-Informationen schon seit geraumer Zeit einen neuen Partner. Bislang wohl ohne Erfolg.
Die Lufthansa organisiert derzeit die hochdefizitären Direktverbindungen jenseits der Drehkreuze Frankfurt und München unter dem Namen der Kölner Tochter Germanwings neu. "Die Kündigung von Augsburg Airways gehört zu diesem großen Maßnahmepaket", sagte ein Lufthansa-Sprecher, ohne konkreter zu werden. Damit ist offen, ob der Konzern für die bislang von Augsburg Airways geflogenen Verbindungen einen neuen, kostengünstigeren Partner sucht oder ob die Strecken künftig von Germanwings oder dem konzerneigenen Regionalflieger Eurowings bedient werden.
Auch beim Stellenabbau drückt die Konzernführung aufs Tempo. Bereits im Mai hatte die Lufthansa mitgeteilt, dass von den weltweit 17.000 Stellen in der Verwaltung 3500 wegfallen sollen. Vorstand Lauer teilte nun mit, dass rund 1100 Jobs an die drei kostengünstigen Dienstleistungsstandorte Krakau, Bangkok und Mexiko verlagert werden - darunter eben 700 Stellen aus Deutschland. Einzelheiten stehen noch aus. Nach FTD-Informationen dürfte jedoch vor allem der Standort Köln betroffen sein, der juristische Unternehmenssitz der Lufthansa. Der Luftfahrtkonzern will allein im administrativen Bereich die Kosten um ein Viertel kappen.